Was nimmt man mit, wenn man vielleicht nie mehr nach Hause zurückkehrt? Was kann man in wenigen Minuten oder Stunden zusammenpacken? Und was ist so wertvoll, dass es durch nichts ersetzt werden kann? Riley Park musste Antworten auf diese Fragen finden. Mit Hund, Katze und seiner Familie sitzt der 39-jährige Amerikaner in einem Hotelzimmer im kalifornischen Küstenort Santa Cruz und hofft, dass sein zehn Meilen entfernt stehendes Haus nicht in den Flammen steht. Ein Foto und die Kette seines verstorbenen Bruders hat Park im Gepäck, den grauen Stoffelefanten seines dreijährigen Sohnes, ein Highschool-Jahrbuch, das Hochzeitsfoto mit seiner Frau sowie wichtige Dokumente und eine Grundausstattung für seine neugeborene Tochter Lucy. Für viel mehr war kein Platz im Auto.

 

Feuer im Paradies

Riley Parks Zuhause ist ein Holzhaus in den Bergen, drei Schlafzimmer, Wohnzimmer mit Kamin und Küche mit Blick in die Natur. Durch das Grundstück fließt ein kleiner Bach, morgens singen die Vögel im Garten. „Eigentlich wohnen wir im Paradies, aber jetzt ist es einer der gefährlichsten Wohnorte überhaupt“, erzählt er am Telefon. Sein Haus steht mitten im Wald, umringt von riesigen Mammutbäumen. Manche von ihnen wachsen dort seit weit über 2000 Jahren. Auf das Dach seines Hauses hat Park einen Rasensprenger gestellt, der Tag und Nacht Wasser verteilt, damit das Holz nass ist, falls die Flammen zu nahe kommen. „Es ist schon verrückt, vor dem Feuer war die größte Sorge in unserem Kopf Covid-19, und nun müssen wir mitten in einer Pandemie im Hotel wohnen und hoffen“, sagt Parks. Die Familie ist schon am Tag vor der offiziellen Evakuierung gefahren. Nicht immer kommt die Warnung schnell genug.

Weiter nördlich, im Sonoma County etwa, hörten Anwohner im Radio den Aufruf zur Evakuierung – zwei Minuten später war das Feuer am Haus von Michael Jones. So erzählt es seine Tochter. Mit nichts als seiner Kleidung am Körper musste der 53-Jährige mit seinem Vater fliehen. Bis auf seinen…