„Reichsflaggen und rechtsextreme Pöbeleien vor dem Deutschen Bundestag sind ein unerträglicher Angriff auf das Herz unserer Demokratie. Das werden wir niemals hinnehmen“, erklärte Steinmeier. „Unsere Demokratie lebt“, betonte Steinmeier. Wer sich über die Corona-Maßnahmen ärgere oder ihre Notwendigkeit anzweifele, könne das tun, auch öffentlich, auch in Demonstrationen. „Mein Verständnis endet da, wo Demonstranten sich vor den Karren von Demokratiefeinden und politischen Hetzern spannen lassen.“ Der Bundespräsident dankte den Polizistinnen und Polizisten, „die in schwieriger Lage äußerst besonnen gehandelt haben“.

Am Samstag hatten Demonstranten in Berlin am Reichstagsgebäude, dem Sitz des deutschen Parlaments, eine Absperrung durchbrochen und waren die Treppe hinauf gelaufen. Sie schwenkten schwarz-weiß-rote Reichsflaggen, die häufig von Rechtsextremisten verwendet werden. Einige von ihnen warfen Flaschen und Steine auf Polizisten, die die Demonstranten wieder zurückdrängten.

„Reichstagsgebäude für Zwecke missbraucht“

Innenminister Horst Seehofer (CSU) sagte der „Bild am Sonntag“, dass Chaoten und Extremisten das Reichstagsgebäude für ihre Zwecke missbrauchten, sei unerträglich. „Meinungsvielfalt ist ein Markenzeichen einer gesunden Gesellschaft. Die Versammlungsfreiheit hat aber dort ihre Grenzen, wo staatliche Regeln mit Füßen getreten werden.“

Auf den Stufen des Reichstags wurden auch einige schwarz-weiß-rote Reichsflaggen geschwenkt

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) teilte auf Twitter mit: „Nazisymbole, Reichsbürger- und Kaiserreichflaggen haben vor dem Deutschen Bundestag rein gar nichts verloren.“ Außenminister Heiko Maas (SPD) twitterte: „Reichsflaggen vorm Parlament sind beschämend.“

Bundesjustizministerin Christina Lambrecht (SPD) hat eine harte Antwort des Staates gefordert. „Das unerträgliche Bild von Reichsbürgern und Neonazis vor dem Reichstag darf sich nicht wiederholen – nicht vor dem Parlament und niemals im Parlament“. Der…