Ein fast vollständig erhaltener Schädel eines Titanosaurier-Embryos gibt Aufschluss darüber, wie sich junge Sauropoden-Dinos aus ihren Eiern befreit haben könnten: mit einem kleinen Horn an der Schnauze. Der Schädel war in Argentinien im Ei gefunden worden.

Die Jungtiere der Dinosaurier-Gruppe konnten wohl auch räumlich sehen, anders als die ausgewachsenen Tiere. Darauf deute die Lage der Augenhöhlen am Schädel hin, berichteten Wissenschaftler. Sie stellen den Fund im Fachmagazin „Current Biology“ vor.

Titanosaurier gehören zu den Sauropoden – Pflanzenfresser mit schwerem Rumpf, langem Hals und einem sehr kleinen Schädel. Sie waren die letzten überlebenden Sauropoden und die größten Landlebewesen, die jemals existiert haben. Schätzungen zufolge waren die größten Vertreter bis zu 30 Meter lang.

Illegal außer Landes gebracht

Ein Team um Martin Kundrat von der Pavol Jozef Safarik Universität in Kosice in der Slowakei hat das fossile Ei des Titanosauriers untersucht. Es war in Patagonien gefunden und illegal außer Landes gebracht worden. Mittlerweile ist es zurück in seinem Herkunftsland und wird in einem Museum aufbewahrt.

Die Forscher lösten die Eierschale mit Säure auf, um den Embryo im Inneren freizulegen. Zudem scannten sie das Ei an der European Synchrotron Radiation Facility in Grenoble in Frankreich, um sich ein Bild von dem Embryo zu machen. Das Fossil sei das bisher vollständigste eines Schädels von einem Titanosaurier-Embryo, schreiben die Wissenschaftler.

Gut erhaltene Embryos im Inneren von Eiern seien extrem selten, sagte Ko-Autor John Nudds von der University of Manchester. „Stellen Sie sich die riesigen Sauropoden aus ‚Jurassic Park‘ vor und denken Sie daran, dass die winzigen Schädel ihrer Babys, die sich noch in ihren Eiern befinden, nur ein paar Zentimeter lang sind.“

Horn dürfte mit der Zeit wieder verschwunden sein

Die Untersuchungen zeigten eine Verlängerung an der Schnauze, die die Forscher als eine Art Eizahn zum Aufbrechen der Schale…