CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Anwärter auf ihre Nachfolge dazu aufgerufen, verantwortungsvoll mit ihrer Kandidatur umzugehen. „Ob aus einer Auswahl an guten Kandidaten ein ruinöser Wettbewerb wird, das liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen“, sagte sie am Sonntag in einem Interview für die ZDF-Sendung „Berlin direkt“. „Jeder muss sich überlegen, dass er damit auch ein Beispiel setzt, ob er geeignet ist, höhere Führungsverantwortung zu übernehmen.“

Anfang Dezember soll bei einem Parteitag in Stuttgart der oder die neue CDU-Vorsitzende gewählt werden. Es kandidieren der ehemalige Fraktionschef Friedrich Merz, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und der außenpolitische Experte Norbert Röttgen. Dass es im Rennen um das Spitzenamt noch eine einvernehmliche Lösung gibt, glaubt Kramp-Karrenbauer nicht.

Da alle Kandidaten erklärt hätten, beim Parteitag antreten zu wollen, sei das eine „hypothetische und theoretische Diskussion und die braucht man dann auch nicht weiter zu führen“. Zwar sei eine einvernehmliche Lösung weiter der Wunsch der Partei. „Aber es liegt an den Kandidaten selbst, ob sie sich darauf einlassen, und bisher habe ich zumindest noch keine Signale, dass das der Fall wäre.“

Trotz der Coronakrise geht Kramp-Karrenbauer davon aus, dass der Parteitag im Dezember wie geplant mit einer Vorsitzendenwahl stattfinden kann. „Wenn es irgendwie möglich ist, werden wir das tun und wollen wir das auch tun“, sagte sie. Die CDU werde unter Wahrung ihrer Vorbildfunktion und danach, was die Behörden genehmigen, den Parteitag organisieren. Dafür sollten die unterschiedlichsten Formate vorgeschlagen werden. Der CDU-Vorstand werde dann in zwei Wochen Genaueres entscheiden.

Als Möglichkeit nannte Kramp-Karrenbauer, das Delegiertentreffen so weit zu verkürzen, dass die Themen Nachverfolgung und Hygieneregeln beachtet werden können. Es gebe eine ganze Palette an Möglichkeiten, auch digitale Formate sollten berücksichtigt…