Zwei Wochen, zwei Rekorde: Erst knackte der Elektronikkonzern Apple an der Börse die Marke von zwei Billionen Dollar bei der Marktkapitalisierung. Wenige Tage später schaffte es Amazon-Gründer Jeff Bezos über die Schwelle von 200 Milliarden Dollar Nettovermögen. Der reichste Mann der Welt ist inmitten der Coronakrise noch ein bisschen reicher geworden: Im Bloomberg-Milliardärsindex kommt nach ihm lange nichts. 

Beide Rekorde sind vom gleichen Phänomen getrieben: Die Börsenrallye der vergangenen Monate hat die Kurse und damit das Vermögen der Aktionäre vervielfacht. Gerade mal 126 Handelstage hat es gedauert, bis der US-Aktienindex S&P 500 nach dem Absturz im März wieder zu seinem vorangegangenen Höchststand zurückgekehrt ist. Im August erreichte der Index der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen dann ein neues Allzeithoch. „Als hätte es die Pandemie nie gegeben“, kommentiert der Investmentexperte Jack Ablin von Cresset Capital. 

Bei genauerem Hinsehen erweisen sich die Kursgewinne als von einer kleinen Gruppe getrieben, die den Rest des Feldes weit abgehängt hat: Ohne die Spitzenleistung der FAANMG – Facebook, Apple, Amazon, Netflix, Microsoft, Google (Alphabet) – hätte der S&P 500 auch seinen Etappenrekord vergangenen Mittwoch nicht geschafft. Der Tech-Sektor verschaffte dem Index das Allzeithoch, während andere Teilbereiche wie Gesundheit und Energie im Minus schlossen. 

Tech-Riesen gleichen Kursverluste der anderen Firmen aus

Nach einer Analyse des Senders CNBC haben 60 Prozent der im S&P 500 vertretenen Unternehmen die coronabedingten Kursverluste knapp ein halbes Jahr später noch nicht wettgemacht. Doch weil die Tech-Riesen inzwischen ein Viertel des Gesamtwerts des Index ausmachen, spielt das im Saldo kaum keine Rolle. 

Die Apple-Aktie ist in diesem Jahr um 70 Prozent auf 500 Dollar gestiegen. 42 Jahre hatte das Unternehmen gebraucht, um die erste Billion bei der Marktkapitalisierung zu erreichen. In dieser Runde hat es nur 21 Wochen gedauert,…