DW: Erst zehn Monate ohne Länderspiel wegen der Corona-Zwangspause – jetzt ein Power-Programm mit acht Spielen zwischen Anfang September und Mitte November. Welche Aufgaben sehen Sie?

Oliver Bierhoff: Zunächst einmal bin ich unglaublich glücklich, dass wir jetzt wieder zusammenkommen. Aktuell haben die Menschen andere Sorgen. Wir hoffen, sie freuen sich trotzdem auf die Nationalmannschaft. Die große Herausforderung ist, dass die Trainer kaum Zeit haben, mit der Mannschaft zu arbeiten. Im Oktober und November haben wir jeweils drei Spiele in zehn Tagen. Trotzdem wollen wir attraktiven, engagierten und erfolgreichen Fußball zeigen.

Eine „neue deutsche Mannschaft“ mit einem Spielstil, der begeistert, haben Sie angekündigt. Was stellen Sie sich vor ?

Serge Gnabry steht für die neue Generation beim DFB

Wir haben schon im letzten Jahr tolle Spiele gezeigt. Das ist vielleicht ein bisschen in Vergessenheit geraten. Für uns ist wichtig, die junge Mannschaft weiterzuentwickeln. Da wächst eine neue Generation heran, mit interessanten Spielertypen wie Joshua Kimmich, Leroy Sane, Leon Goretzka oder Serge Gnabry. Ich glaube, dass das Potenzial schon da ist, um technisch guten Fußball zu spielen. Ein schnelles Umschaltspiel mit hoher Dynamik und mit viel Kreativität jedes Spielers. Darauf freuen wir uns. 

Die Nationalmannschaft lebt vom Kontakt zu den Fans. Nach der langen Pause könnten die bevorstehenden Spiele im schlimmsten Fall alle ohne Zuschauer stattfinden. Wie wollen Sie den Kontakt zu den Fans halten?

Nach der WM 2018 hatten wir uns vorgenommen, bei jedem Länderspiel ein offenes Training oder Fantreffen zu machen. Das ist jetzt natürlich weitaus schwieriger. Wir wissen noch nicht, wie es im Oktober oder November sein wird. Wir versuchen, den Kontakt vor allem auf digitalem Wege irgendwie zu meistern, soweit das geht. Ansonsten versuchen wir, vor allem durch erfolgreichen Fußball die Herzen wieder zu gewinnen.

Profiteure der Corona-Krise

Kommt die um ein Jahr auf…