In Reportagen, Analysen, Fotos, Videos und Podcasts berichten wir weltweit über soziale Ungerechtigkeiten, gesellschaftliche Entwicklungen und vielversprechende Ansätze für globale Probleme.

Alle Artikel
Pfeil nach rechts

Es klingt wie ein quietschendes, rostiges Tor, das einem fast das Trommelfell sprengt: Mitten im Telefoninterview mit Enrique Lomnitz schreit auf einmal ein Esel los. Lomnitz lebt in einer Selbstversorger-Gemeinschaft in der mexikanischen Kleinstadt Tepoztlán, rund 75 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt.

Der 37-Jährige hat sich dort ein Häuschen selbst gebaut, er benutzt eine Trockentoilette, die den Abfall kompostiert, spart Wasser, wo er kann. Und Lomnitz hat ein System entwickelt, das Regenwasser auffängt und es in Trinkwasser verwandelt.

Was wirkt wie eine Hippie-Phantasie, ist ein Lösungsansatz für eines der größten Probleme von Mexiko – die Wasserkrise des Landes, die sich zunehmend verschärft. Enrique Lomnitz ist mit seinem sozialen Start-up „Isla Urbana“ einer der Pioniere alternativer Wasserkonzepte in Mexiko. Das Regenwasser-Recycling-System von „Isla Urbana“ hat bereits Tausende Haushalte zumindest ein Stück weit unabhängiger von der traditionellen, unzureichenden Wasserversorgung gemacht.

Icon: vergrößern

Vor allem in ärmeren Siedlungen in Mexiko ist die Wasserversorgung schlecht

Foto: Isla Urbana

Das Menschenrecht auf sauberes Wasser ist in Mexiko zwar seit 2012 in der Verfassung verankert. Dennoch haben dem Stadtforscher Manuel Perló Cohen von der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) zufolge etwa zehn Prozent der Einwohner Mexikos – zwischen 12,5 und 15 Millionen Menschen – gar keinen Zugang zu Trinkwasser. Vor allem ländliche Gegenden, aber auch urbane Armensiedlungen sitzen auf dem Trockenen. In der 22-Millionen-Metropole Mexiko-Stadt müssen etwa 1,3 Millionen Menschen ohne direkten Trinkwasserzugang leben.

Nur Tröpfchen aus der Leitung

Tatsächlich trifft die…