Juan Carlos, Spaniens langjähriger König, war für viele Spanier ein Held – darunter auch für Acht-Milliarden-Host, Juan Moreno, gebürtiger Spanier. Als junger Mann gab Juan Carlos die Macht ab, die ihm der spanische Diktator Franco übergeben hatte – und ebnete somit Spanien den Weg hin zu einer modernen Demokratie.

Wie konnte es passieren, dass der Mann am Ende seiner Regentschaft zu einer Art peinlicher Onkel wurde? Bei dem es plötzlich nur noch um Elefantenjagd, eine Geliebte und Korruption ging?

Heute, gute 40 Jahre nach seinem Amtsantritt, scheint Juan Carlos aber jegliches politisches Kapital verbraucht zu haben. Nach Affärengeschichten, nach Vorwürfen der Korruption, ist er weit von der einstigen Beliebtheit entfernt. Vor sechs Jahren trat er ab, ohne dass die spanische Monarchie mit seinem Sohn und Nachfolger Felipe VI zur Ruhe kam. Immer wieder erschüttern Skandale um den alten König Spanien. Bisheriger Höhepunkt war nun seine Ankündigung, Spanien zu verlassen. Der König im Exil.

Juan Moreno, Host des SPIEGEL-Podcasts Acht Milliarden, versucht die Gefühlslage der Spanier aus seiner persönlichen Sicht zu erklären – und er redet darüber mit Helene Zuber, Spanien-Expertin des SPIEGEL. Die meisten Spanier empfinden tiefe Dankbarkeit für das, was ihr langjähriger König Juan Carlos zu Beginn einer zerbrechlichen Demokratie geleistet hat – er war wichtig auf dem Weg in die Demokratie.

Für viele Spanier war das keine Selbstverständlichkeit. Juan Carlos war schon als Kind vom spanischen Diktator Francisco Franco als künftiger Herrscher auserkoren worden.  Von seiner Familie getrennt, in einer eigenen Schule mit einer Handvoll Klassenkameraden wurde Juan Carlos unter den Augen Francos zum perfekten Faschisten ausgebildet. Gegen die Erwartungen vieler gab Juan Carlos nach Francos Tod seine Macht aber ab – und wurde nicht der Alleinherrscher, den Franco gern gesehen hätte. Juan Carlos  unterschrieb 1978 eine Verfassung, die ihn völlig entmachtete….