von Ellen Ivits
29.08.2020, 19:36 Uhr

Sie wurden erschossen, erhängt im Wald gefunden oder starben in Isolationshaft: In Belarus sind in den vergangenen Wochen mindestens sechs Männer unter rätselhaften Umständen ums Leben gekommen. Eines haben sie gemeinsam: Sie werden mit den Protesten gegen Alexander Lukaschenko in Zusammenhang gebracht. 

Die Lage in Belarus spitzt sich weiter zu. Seit dem 9. August gehen die Menschen auf die Straße. Sie wollen das Regime von Alexander Lukaschenko beenden. Doch Europas letzter Diktator klammert sich mit aller Kraft an seine Macht. Zu Beginn der Protestwelle waren Sicherheitskräfte brutal gegen die Demonstranten vorgegangen. Danach hielt sich die Polizei weitgehend zurück. Seit Tagen gibt es wieder vermehrt Festnahmen. Das Menschenrechtszentrum „Wesna“ zählte allein in der Nacht zum Freitag mehr als 260 Menschen, die festgenommen wurden.

Für Sonntag werden in Minsk erneut Massenproteste erwartet. Lukaschneko drohte im Vorfeld mit dem Einsatz der Armee gegen das eigene Volk. Die Angst vor Gewalt wächst, zumal der russische Präsident Wladimir Putin Lukaschenko den Rücken stärkt. Dabei haben bereits mindestens sechs Menschen, die auf die eine oder andere Weise mit den Protesten in Verbindung gebracht werden, unter seltsamen Umständen ihr Leben verloren.

Alexander Taraikowsky