Fünf Jahre ist es her, als Angela Merkel ihre vielleicht berühmtesten drei Worte sagte: „Wir schaffen das“. Es sollte ein folgenreicher Satz werden – für die Bundeskanzlerin und die deutsche Gesellschaft, aber eben auch für diejenigen, die in dem Satz nur etwas versteckt als „das“ vorkamen: Tausende Geflüchtete waren in Ungarn sowohl an der Ein- wie auch der Ausreise gehindert worden, viele weitere noch auf dem Weg, als Angela Merkel Deutschlands Bereitschaft signalisierte, Flüchtende aufzunehmen.

Bekannt als der „Pianist aus den Trümmern“

„Diese Worte von Frau Merkel waren für mich eine wundervolle, humanistische Hilfe“, sagt Aeham Ahmad heute. Er gehörte zu denen, die damals auf der Flucht waren, irgendwo zwischen dem heutigen Nordmazedonien und Serbien. Einer von jenen, die durch Merkels Satz neuen Mut schöpften. Im Gegensatz zu den Flüchtenden um ihn herum aber war Ahmad schon weltweit bekannt: Als „Pianist in den Trümmern“, wie ihn westliche Medien tauften, hatte der syrisch-palästinensische Pianist seit 2014 trotz Lebensgefahr immer wieder sein Klavier auf die zerstörte Straße seines Viertels in Damaskus geschoben. Er spielte dort Lieder und sang gemeinsam mit anderen, häufig Kindern, um Ihnen Hoffnung zu machen. Die Bilder gingen um die Welt. 

Bis der sogenannte Islamische Staat sein Klavier verbrannte. 2015 flüchtete Aeham Ahmad dann nach Deutschland, wo er im Dezember für sein Klavierspiel in den Trümmern zum ersten Preisträger des Internationalen Beethovenpreises ernannt wurde. Ein Jahr später folgte seine Frau mit den beiden Söhnen, mittlerweile leben auch Ahmads Eltern in Deutschland. Vor sieben Monaten kam Tochter Bulsara auf die Welt. 

Konzertpianist in ganz Europa

Ahmad wohnt inzwischen in Warburg in Nordrhein-Westfalen. Als wir mit ihm sprechen wollen, bittet er um einen Termin möglichst früh am Morgen, da er den restlichen Tag im Aufnahmestudio sein neues Album einspielen wird. Am nächsten Tag geht es dann weiter zu einem Konzert in…