Die Corona-Pandemie hat den Literaturbetrieb besonders hart getroffen: Buchhandlungen mussten vorübergehend schließen, Autoren die für das finanzielle Überleben so wichtigen Lesungen absagen, Verlage verschoben Veröffentlichungen nach hinten.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet zum „Deutschen Buchpreis 2020“ so viele Titel wie noch nie ins Rennen geschickt wurden: 120 Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben von ihrem Recht Gebrauch gemacht, bis zu zwei Bücher für den begehrten Literaturpreis einzureichen.

Die diesjährige Jury (v.l.n.r.): Maria-Christina Piwowarski, Chris Möller, Denise Zumbrunnen, Katharina Borchardt, Felix Stephan, David Hugendick und Hanna Engelmeier.

Und weil die siebenköpfige Jury selbst auch noch interessante Buchtitel mit aufnehmen kann, standen in diesem Jahr ganze 206 Romane für den Deutschen Buchpreis 2020 zur Auswahl. Nun hat sich die Jury in ihrer „Longlist” auf die 20 aussichtsreichsten Bücher geeinigt. 

Wohltuend ausgewogene Auswahl

„Im Gegensatz zur Lektüre der Nachrichten der vergangenen Monate bot die Beschäftigung mit den über 200 eingereichten Titeln vielfältige Lichtblicke“, kommentierte die Jury-Sprecherin Hanna Engelmaier diese Liste im Hinblick auf die Corona-Pandemie, die auch vor dem Preis nicht Halt macht – die Jury musste ihre erste Sitzung online abhalten.

Trotzdem haben die Literatur-Experten eine ausgewogene Wahl treffen können: Unter den 20 Nominierten finden sich zehn Frauen und zehn Männer, 17 Autoren aus Deutschland, fünf aus Österreich und drei aus der Schweiz. Mit dabei sind mit Christine Wunnicke (mit „Die Dame mit der bemalten Hand“), Thomas Hettche („Herzfaden“) oder Frank Witzel („Inniger Schiffbruch“), der den Deutschen Buchpreis 2015 noch als Außenseiter gewann, durchaus einige alte Bekannte. 

Frank Witzel gewann 2015 mit seinem Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“.

Historische…