17. August 1960: Fünf unbekannte Musiker aus Liverpool treten im berüchtigten Hamburger „Indra“-Club auf – mitten auf dem Kiez neben der Reeperbahn. Pete Best, George Harrison, John Lennon, Paul McCartney und Stuart Sutcliffe sind die „Silver Beatles“.

In ihrer Heimatstadt Liverpool gab es kaum noch Engagements für die Band. Da kam das Angebot aus der Hafenstadt gerade recht. „Macht Schau“, heizt Clubbesitzer Bruno Koschmider die fünf jungen Musiker aus England an.

Später rocken die Musiker die Bühnen von Lokalen wie „Kaiserkeller“, „Top Ten“- und „Star-Club“. Hier feiern die Beatles – das „Silver“ wurde schon bald aus dem Namen der Band gestrichen – schon bald ihre ersten Erfolge. Auch ihr späteres Markenzeichen, die Pilzkopffrisur, wird bei den Auftritten in Hamburg erfunden. 

Reichlich Ärger für die Liverpooler

„Hamburg war damals einer jener Orte, an denen es am wildesten zuging. Unsere Talente haben sich entwickeln können, und wir hatten Erfolg“, erinnerte sich Schlagzeuger Pete Best, der allerdings schon bald gegen den besser spielenden Ringo Starr ausgetauscht wurde.

Konnte sich schon vor den Beatles mit großen Namen schmücken: der Star-Club in Hamburg

Die Band wohnt in einer kärglichen Hinterhofkaschemme auf der Reeperbahn. Lennon und Co. machen Schulden in den Kneipen und kommen wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und versuchter Brandstiftung sogar zeitweise in Polizeiarrest. Ruhm und Reichtum liegen noch in weiter Ferne, so Paul McCartney später: „In Hamburg wohnten wir im Bambi-Kino direkt bei den Toiletten. Das ist wahr!“

Geburt des legendären Beatles-Sounds

Für 30 D-Mark pro Mann spielen sie sieben Stunden pro Abend bis in den frühen Morgen, am Wochenende sogar noch eine mehr. Durchhaltemittel sind Frikadellen, Bier und Aufputschtabletten. Ihr Song-Repertoire wird mit jedem Set auf der Bühne größer. „800 Stunden im Probenraum“, hat Paul McCartney die Hamburger Jahre einmal scherzhaft genannt. Ein Gang durchs Feuer, der die Band…