Die Liste der Tiere, die Forscher bereits mit der Genschere Crispr editiert haben, ist lang: Mäuse gehören dazu, auch Affen waren schon dabei, Fruchtfliegen und Zebrafische. Interessant sind die Ergebnisse bislang vor allem für die Grundlagenforschung.

Mit Crispr haben Wissenschaftler erstmals ein Werkzeug, mit dem sie einzelne Gene im Körper günstig, schnell und mit großer Präzision ausschalten oder verändern können. So lässt sich herausfinden, welche Rolle einzelne Erbgut-Abschnitte etwa bei der Entstehung von Krankheiten spielen, der Wahrnehmung von Schmerz oder der Entwicklung des Gehirns.

Bei Tintenfischen funktionierte diese Manipulation bislang nicht. Dabei sind sie insbesondere für die Erforschung des Nervensystems interessant und damit auch mit Blick auf Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson, berichten Forscher um Karen Crawford vom Eugene Bell Center der University of Chicago.

Probleme mit der Nadel

Kopffüßer, zu denen Tintenfische gehören, haben das größte Gehirn unter allen wirbellosen Tieren und gelten als sehr intelligent. Der Nordamerikanische Kalmar, mit dem auch Crawford experimentiert, ermöglichte in den Fünfzigerjahren etwa die Erforschung von Nervenimpulsen. 1963 wurde dafür der Medizin-Nobelpreis vergeben.

Die relativ neue und sehr präzise Genschere Crispr ließ sich bei den Weichtieren aber bislang nicht anwenden. Um Gene in allen Körperzellen eines Individuums ab- oder anzuschalten, müssen Wissenschaftler das Erbgut der Tiere im Embryonalstadium verändern und die Genschere dafür in einen einzelligen Embryo bringen. Die Tintenfisch-Embryonen sind jedoch mit einer stabilen Hülle umgeben.

Die feinen Nadeln, mit denen Fachleute in solchen Experimenten normalerweise arbeiten, brachen immer ab. Also entwickelte Crawford winzige Scheren, mit denen sie zunächst ein kleines Loch in die Embryo-Hülle schnitt, durch das dann eine ebenfalls speziell angefertigte Quarz-Nadel passte, mit der sie Crispr in die Zelle bringen konnte.

Leuchtstoffe…