Als das neuartige Coronavirus nach Europa kam, geschah dies weitgehend unerkannt. Die Menschen wussten kaum etwas über den Erreger und die Krankheitssymptome. Es gab keinerlei Vorsichtsmaßnahmen. Ein exponentielles Wachstum der Fallzahlen war die Folge.

Der weitere Verlauf ist bekannt: überfüllte Notaufnahmen in Italien, Ausgangsbeschränkungen, Schulschließungen, Homeoffice. Mehr als 200.000 Menschen sind in Europa bislang an Covid-19 gestorben.

Dabei verlief die erste große Welle der Pandemie von Land zu Land durchaus unterschiedlich. Die Analyse der Daten bringt einige überraschende Einsichten – etwa über offenkundige Lücken in den offiziellen Statistiken und die Besonderheiten Schwedens im Umgang mit der Pandemie.

Der Fokus der Auswertung liegt dabei auf den Todesstatistiken der Länder. Denn diese spiegeln den Pandemieverlauf in der Regel genauer wider als Infektionszahlen, deren Höhe vor allem von der aktuellen Teststrategie in den Ländern abhängt.

1) Wo die meisten Menschen gestorben sind

Schaut man auf die Todesopfer laut den offiziellen Coronastatistiken der Länder, wurde – bezogen auf die Einwohnerzahl – Belgien am härtesten getroffen. Das Land kommt auf 87 Covid-19-Tote je 100.000 Einwohner. Deutschland liegt bei 11 Toten je 100.000, Griechenland bei zwei.

Doch die offiziellen Corona-Zahlen sind zumindest in einigen Ländern offensichtlich unvollständig. Denn nicht alle Todesopfer des Coronavirus wurden als solche registriert und in der Statistik ausgewiesen.

2) Nicht erfasste Covid-19-Tote

Als die Todeszahlen im März und April rasant anstiegen, kamen schnell auch erste Zweifel an den offiziellen Statistiken auf. Es gab Berichte aus italienischen Dörfern, wo plötzlich viel mehr Menschen beerdigt wurden als normalerweise – gleichzeitig aber kaum Covid-19-Tote gemeldet wurden.

Klarheit schaffte schließlich der Vergleich der meist in Standesämtern erfassten wöchentlichen Sterbefälle mit dem Mittelwert der Sterbefälle aus den Vorjahren – also…