Seine Blick war leer. Um die Körpersprache richtig zu interpretieren zu können, brauchte es keinen Experten. Lionel Messi schien die Welt nicht mehr zu verstehen. Der FC Bayern hatte den FC Barcelona in seine Einzelteile zerlegt. Der Weltstar stand vor einem Scherbenhaufen, den er selbst mit angerichtet hatte. Am Ende zeigte die Anzeigetafel im Stadion in Lissabon ein 8:2 (4:1) für den deutschen Rekordmeister an, was natürlich den mehr als souveränen Einzug in das Semifinale bedeutete. Zum anderen war das aber auch eine wohl noch nie dagewesene Schmach für den stolzen Klub aus Katalonien. 

Die Partie gegen das spanische Spitzenteam war die schiere Fortsetzung einer Serie, die die Bayern unmittelbar nach der Corona-Pause gestartet hatten. Seitdem gab es nur noch Siege, nun vierzehn an der Zahl in Folge, und eine Dominanz die selbst einen Weltklub wie den aus Barcelona an die Grenzen führt. Aus Sicht der Münchner sollte es aber noch nicht die Krönung sein. „Wir sind sehr euphorisch. Wir haben einfach eine gute Leistung gezeigt. Das Selbstvertrauen ist da. Aber es war erst ein Schritt von Dreien. Beim nächsten Spiel haben wir davon aber gar nichts mehr“, sagte Bayern-Mittelfeldspieler Leon Goretzka mit einem breiten Grinsen. Doppeltorschütze Thomas Müller betonte: “ Wir wollten dieses Spiel von Anfang an so angehen und dominieren, das haben wir geschafft.“ 

Titellos in dieser Saison: Messi und ein schwacher FC Barcelona

Müller ist Rekordspieler

Zu Saisonbeginn sah es noch so aus, als ob etwa Müller sich so langsam in den fußballerischen Ruhestand verabschieden würde. Unter Ex-Coach Nico Kovac war er nur noch Ersatzspieler, seine Magie, seine unorthodoxe Spielweise schien sich irgendwo auf dem langen Weg seiner Karriere verloren zu haben. Seit Hansi Flick im vergangenen November in München die Verantwortung übernommen hat, blüht der 30-Jährige wieder auf, als spiele er seine erste Saison – so motiviert, lauf- und spielfreudig zeigte er sich auch gegen…