Gesichtsrekonstruktion
Eitel wie ein Influencer – Renaissance-Meister Raffael verschönerte sich auf Selbstporträt

Das berühmte Portrait des Malers und daneben die Rekonstruktion

© Commons

von Gernot Kramper
14.08.2020, 17:47 Uhr

Ein bisschen hübscher als in Wirklichkeit – dieser Versuchung konnte auch der große Maler Raffael nicht widerstehen. Eine Rekonstruktion seines Schädels zeigt, dass er sich auf der Leinwand ein kleineres Näschen spendiert hat.

Raffael wurde der „Göttliche“ genannt, weil er stets nach Perfektion strebte. Und das offenbar auch bei seinem berühmten Selbstporträt, das gewissermaßen eine Ideal-Version seiner selbst war. Wissenschaftler in Rom haben das Gesicht des Meisters rekonstruiert, als Grundlage dienten ihnen der Gipsabguss seines Schädels, der schon 1833 gefunden wurde. Das dreidimensionale Modell zeigt aber einige Differenzen zu den Bildnissen. Raffael hat den Pinsel so benutzt wie Influencer heute Apps, die sie schlanker und jünger machen, als sie wirklich sind.

Das fällt vor allem bei der Nase auf. Die Rekonstruktion zeigt einen energischen und eindrucksvollen Vorbau, im Porträt hat sich der Maler ein kokett gebogenes Näschen spendiert. Genie schützt…