Zwei Jahre nach der Gründung einer Stiftung nimmt das Exilmuseum in Deutschland Gestalt an. Am Freitag (14. August 2020) präsentierte die Berliner Stiftung mit dem Entwurf des Kopenhagener Büros Dorte Mandrup den Sieger des Architekturwettbewerbs. Das Museum, dessen Eröffnung für 2025 geplant ist, will die deutsche Exilgeschichte zur Zeit des Nationalsozialismus abbilden.

„Aus einer Idee wird ein Ort“, sagte der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck als Schirmherr des Museums. Die Schicksale der Exilanten gäben Anlass für Mitgefühl, aber auch für „Bewunderung der gelebten Entschlossenheit“.

Ex-Bundespräsident Joachim Gauck und Schirmherrin Herta Müller bei der Präsentation der Architektur-Entwürfe (17.8.2020)

Viele Emigranten hätten durch ihre Flucht auch deutsche Kulturgeschichte gerettet, manche im Exil beachtliche Erfolge erzielt. Gauck zog auch Parallelen in die Gegenwart und sprach von den heutigen Flüchtlingen, die Schutz vor Verfolgung, Krieg und Hunger suchten. „Unsere Zeit ist auch geprägt von Millionen von Menschen, die nicht mehr in ihrer Heimat leben können.“

„Parabel für Ankunft und Abschied“

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, die Schirmherrin des ambitionierten Projektes, sagte auf der Pressekonferenz in Berlin, Bahnhöfe seien früher nicht nur funktional gewesen, sondern auch sehr schöne Gebäude: „Parabeln für Ankunft und Abschied“.

An diesem geschichtsträchtigen Platz soll das geplante Exilmuseum in Berlin entstehen

Für ein deutsches Exilmuseum sei kein besserer Ort als der Anhalter Bahnhof in Berlin vorstellbar. Dessen bis heute erhaltene Portalruine sei ein Wahrzeichen für jene Menschen, die in der Nazizeit „aus dem Alltag gerissen wurden, weil sie Juden waren oder Demokraten, Sinti, Roma oder Homosexuelle“.

Durch die Bücherverbrennungen 1933 und die nachfolgende Gleichschaltung von Kunst, Film und Literatur hätten die Nationalsozialisten versucht, die Erinnerung an die Moderne auszulöschen. „Wer im Exil war,…