15 Jahre des Bürgerkriegs hat die Villa aus dem Jahr 1912 überstanden, doch nun hat die Explosion in Beirut das Nicolas-Ibrahim-Sursock-Museum zerstört. Die weiße Fassade des Hauses für moderne und zeitgenössische Kunst steht noch, doch die blauen, gelben und roten Fensterscheiben wurden durch die Druckwelle hinausgerissen, die am 4. August Beirut erschüttert hat. „Von Innen ist das Museum fast komplett zerstört“, sagt Elsa Hokayem, stellvertretende Direktorin des Museums. „Das Holz, die Lampen, die Türen und 25 Kunstwerke sind beschädigt.“ Auch ein Porträt des Museumsstifters, Nicolas Sursock, gemalt vom niederländischen Künstler Kees van Dongen, sei „von einer Ecke in die andere zerrissen.“

Sursock-Museum wird womöglich ein Jahr schließen

Von 2008 bis 2015 wurde das Museum im Libanon renoviert und war für diese Zeit geschlossen. Nun schließt es wieder. „Es wird wohl ein Jahr dauern, bis wir wieder öffnen können“, sagt Hokayem im Gespräch mit der DW. Das Gebäude galt als beliebte Kulisse für Fotos, auch an dem Abend der Explosion fotografierte sich ein Hochzeitspaar vor der Villa. Die Museumsangestellten waren nicht mehr in dem Gebäude, das Haus hatte zum Zeitpunkt der Katastrophe bereits seine Türen geschlossen. „Der Wachmann hatte zum Glück an dem Abend seinen Sicherheitsrundgang schon beendet und war nach Hause gefahren“, sagt Elsa Hokayem.

Die Räume des Ladens Plan Bey nach der Explosion

Dieses Glück hatte Ziad Olleik nicht. Der Manager des Plan Beysprach mit einer Freundin und einer Kundin im Geschäft, als das Ammoniumnitrat im Hafen von Beirut um 18:08 Uhr explodierte. Das Plan Bey unterstützt libanesische Künstlerinnen und Künstler, verkauft ihre Illustrationen, Fotos und Zeichnungen zu erschwinglichen Preisen als Poster oder Postkarten. „Wir unterhielten uns, als wir einen unglaublichen Druck spürten. Ich reagierte und sage: Auf den Boden! Und dann fiel das komplette Schaufenster auf uns.“ Die Scherben schnitten tiefe Wunden in…