Syriens Staatschef Baschar al-Assad, der seine Macht seit mehr als neun Jahren in einem Bürgerkrieg gegen zahlreiche Rebellengruppen verteidigt, hat bei einer Rede an das neu zusammengesetzte Parlament in Damaskus offenbar einen Schwächeanfall erlitten.

Das syrische Staatsfernsehen meldete am Mittwochnachmittag, Assad habe seine Ansprache wegen „niedrigen Blutdrucks“ für einige Minuten unterbrechen müssen. Dann habe er normal weitersprechen können.

Das Parlament besteht in Syrien nicht aus demokratisch gewählten Abgeordneten, sondern ausschließlich aus Getreuen des Machthabers. Live-Bilder der Rede gab es nicht, sie wurde aufgezeichnet und soll am Abend im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt werden.

Die Meldung über den Schwächeanfall verbreitete auch der offizielle Twitter-Kanal der Präsidentschaft, zusammen mit einem Foto, das Assad offenbar bei der Rede vor den Parlamentariern zeigt.

Assad, 54, führt seit 2011 Krieg gegen das eigene Volk. An der Macht ist er mutmaßlich nur noch, weil Russland 2015 in den Krieg eintrat und das Regime nun seither militärisch am Leben hält.

Russland half mit Kampfflugzeugen und teils mit Söldnertruppen, der Armee Assads den Weg in die zahlreichen Rebellengebiete freizubomben.

Assads Soldaten setzten mehrfach und nachweislich chemische Kampfstoffe in Rebellengebieten ein, über Wohngebieten warf die Luftwaffe aus Hubschraubern sogenannte Fassbomben ab.

Zehntausende Tote, mehr als fünf Millionen auf der Flucht

Zehntausende Menschen sind gestorben, 5,5 Millionen geflohen. Mehr als drei Millionen Menschen retteten sich vor dem Krieg in die Türkei, Hunderttausende flohen in die Nachbarländer Jordanien und Libanon.

Die syrische Hauptstadt leidet derzeit stark unter der Covid-19-Pandemie. Über den „niedrigen Blutdruck“ hinaus machten die staatlichen Quellen keine Angaben zu Assads Gesundheit. Vorerkrankungen sind bei Assad nicht bekannt.

Sein Vater, Diktator Hafis al-Assad, erlitt in vergleichsweise jungen Jahren einen Herzinfarkt. Er…