„Ihr wisst, dass ihr es verbockt habt.“ So klar hat Sebastian Vettel noch nie Kritik am eigenen Rennstall geübt – schon gar nicht für alle gut hörbar über den Boxenfunk beim Jubiläums-Rennen in Silverstone am vergangenen Wochenende. Dass es für den vierfachen Weltmeister aus Deutschland bei Ferrari nicht rund läuft, ist schon längere Zeit Fakt. So schlecht wie momentan war die Situation allerdings noch nie. In den ersten fünf Rennen der Saison fuhr Vettel zweimal auf den zehnten Platz, einmal – beim Großen Preis von Ungarn – immerhin auf den sechsten. Beim zweiten Saisonrennen in Österreich kam er gar nicht ins Ziel, weil sein Teamkollege Charles Leclerc in ihn hineinraste und Vettels Boliden zerstörte.

In Silverstone reichte es für den Deutschen nur für den zwölften Platz. Die Lust am Fahren hat Vettel verloren, zumindest macht ihn die Arbeit im Ferrari momentan keinen Spaß mehr – und das hat mehrere Gründe.

1. Der Rennstall:

Das Vertrauensverhältnis zur sportlichen Führung der Scuderia Ferrari ist nicht mehr vorhanden. Teamchef Mattia Binotto verkündete Vettels Abschied zum Saisonende und sprach von einer „einvernehmlichen Trennung“. Vettel widersprach später. Es habe gar kein Gespräch gegeben. Dass mit Carlos Sainz jr. unmittelbar nach Bekanntgabe des Vettel-Abschieds schon der Nachfolger präsentiert wurde, hat sicher nicht zu Vettels guter Laune beigetragen. Mittlerweile wächst sich die interne Missstimmung zur Kommunikationskrise aus. Mal schweigt Vettel demonstrativ lange, bevor er Fragen über Funk beantwortet. Bei Interviewrunden bleibt er nur gerade solange neben Binotto sitzen, wie er muss. Zwar ist Vettels schlechte Laune nachvollziehbar, jedoch schadet sich der Ex-Weltmeister mit bockigem Verhalten selbst am meisten. Auch Ex-Formel-1-Fahrer und TV-Experte Ralf Schumacher rät Vettel, über den Dingen zu stehen und „das Beste aus seiner Situation zu machen“.

2. Das Auto:

Das Beste, wenn man die sportliche Seite betrachtet, ist derzeit…