Zu dem Schusswaffeneinsatz kam es am Dienstag in Brest bei Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko. Brest liegt im Süden des Landes an der Grenze zu Polen. „Eine Gruppe aggressiver Bürger mit Metallstangen in den Händen griffen Polizeimitarbeiter in Brest an“, teilte das Innenministeriums in Minsk mit. Daraufhin seien Schusswaffen zum „Schutz des Lebens und der Gesundheit“ der Sicherheitskräfte zum Einsatz gekommen. „Einer der Angreifer“ sei verletzt worden.

Einsatzkräfte knüppeln Menschen nieder

Die Polizisten hätten sich verteidigen müssen, als sie attackiert worden seien. Einsatzkräfte in schwarzen Masken und Uniformen ohne Erkennungsmarken hatten Videos zufolge wahllos Menschen auf der Straße aufgriffen und mit Knüppeln auf sie eingeschlagen.

Insgesamt sind bei den Unruhen mehr als 1000 Menschen festgenommen worden. Proteste gab es demnach in 25 Städten, darunter in der Hauptstadt Minsk. Den Behörden zufolge wurden 50 Menschen mit Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Zudem seien 14 Uniformierte verletzt worden. Einige von ihnen hätten in Kliniken gebracht werden müssen. In 17 Fällen werde nun wegen Angriffen auf die Sicherheitskräfte ermittelt. Damit gab es in den vergangenen Tagen bereits mehr als 6000 Festnahmen.

Ein Demonstrant in Minsk kniet vor Sicherheitskräften

Seit Sonntag gehen die Menschen jeden Abend gegen Fälschungen bei der Präsidentenwahl auf die Straße. Es sind die größten Proteste, die die Ex-Sowjetrepublik je erlebt hat. Am Dienstag hatte sich die Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja im EU-Nachbarland Litauen in Sicherheit gebracht.

EU-Außenminister wollen beraten

Die EU-Außenminister kommen am Freitag zu einem außerordentlichen Treffen zusammen, um nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Belarus über mögliche Sanktionen gegen die Führung des Landes zu beraten.

In einer gemeinsamen Erklärung hatten die EU-Mitgliedstaaten die Präsidentschaftswahl in Belarus am…