1. Mit dieser Nummer 2 will Biden als Erster durchs Ziel gehen

Wenn ich mich richtig erinnere, war John McCain der letzte Anwärter auf die US-Präsidentschaft, der etwas gewagt hat bei der Auswahl seiner Kandidatin für den Vizeposten: Sarah Palin galt als erzkonservative Gouverneurin Alaskas, fand sich sonst aber nicht besonders gut auf der Landkarte zurecht. Die Hoffnungsträgerin wurde zur Lachnummer. (Wobei nicht auszuschließen ist, dass sie in Allgemeinbildungstests besser abschneiden würde als der amtierende US-Präsident.) Seit dem Palin-Effekt vermieden die Kandidaten beider Parteien jedes Risiko: Biden, Ryan, Kaine provozierten niemanden, waren respektiert. Gut, bei Mike Pence lässt sich diskutieren.

Palin, Palin, keine Flasche Pommes, bitte

Foto: MARIO TAMA/ AFP

In der vergangenen Nacht hat Joe Biden wieder auf Risikovermeidung gesetzt: Die Senatorin Kamala Harris ist „nicht zu links, nicht zu alt, nicht zu unerfahren und nicht weiß“, wie mein Kollege Ralf Neukirch erklärt, Korrespondent in den USA. Live sah er Harris bei Bidens letztem öffentlichen Wahlkampfauftritt in Detroit im März. „Sie erzählte, wie stolz sie sei, Biden zu unterstützen, nachdem sie ihn wenige Monate zuvor noch in die Nähe von Rassisten gerückt hatte“, sagt Ralf. „Die beiden sind ein reines Zweckbündnis eingegangen, das erst den einen und die andere ins Präsidentenamt führen könnte.“ (Ein Video-Porträt sehen Sie hier.)

Icon: vergrößern

Suchen die Nähe zur Macht

Foto: Brendan McDermid / REUTERS

Mangelnde Regierungserfahrung? Biden selbst blickt auf ziemlich gute Jahre zurück mit jemandem aus dem Senat, erst vier Jahre im Amt, moderat, schwarz, wie der „Handelsblatt“-Kollege Alexander Demling twitterte. Es war Bidens Chef, Barack Obama.

2. Voll in der Pandemie

Ein bisschen ertappt gefühlt habe ich mich beim Lesen dieses Textes: Mein Kollege Markus Deggerich geht der Frage nach, ob wir in der Pandemie mehr Bier, Wein und Schnaps trinken. Eine nicht…