Wer sich nicht mit dem Coronavirus anstecken will, sollte Maske tragen und Abstand halten. Diese Maßnahme empfehlen nicht nur Virologen, sondern sie ist in Deutschland mittlerweile von Behörden verordnet. Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die Corona-Regeln gibt es, weil Mediziner schon wenige Wochen nach dem Ausbruch in Europa herausfanden, dass sich das Virus nicht nur über den direkten Kontakt und Tröpfcheninfektion, sondern auch über weite Strecken durch die Luft über winzige Schwebeteilchen verbreitet.

Wie viel Virus aber wirklich an den Mikroteilchen klebt, die Menschen ausatmen oder beim Sprechen versprühen, war bisher noch ungeklärt. Forscher der Universität Florida haben nun den Nachweis erbracht, dass die Viruslast dieser sogenannten Aerosole tatsächlich groß und auch ansteckend sein kann. Bisher waren sich Mediziner nur einig, dass an diesen Schwebeteilchen Teile der Viren-DNA angedockt sind. Die US-Forscher fanden heraus, dass sich auch komplette Lebendviren an die Schwebeteilchen heften können.

Tests im Krankenhaus

In einem Abstand von zwei bis fünf Metern entnahmen die Forscher die infektiöse Testluft bei ins Krankenhaus eingelieferten Covid-19-Kranken. Diese Entfernung ist weit größer als der offiziell empfohlene Abstand von 1,5 Metern, wie er beispielsweise in Deutschland verordnet ist. Trotzdem gelang es den Wissenschaftlern, aus diesen Proben das Sars-CoV-2 Virus zu isolieren. Dieses Virus sei identisch mit den direkt am Patienten genommenen Proben gewesen, erklären die Autoren. Sie können also nicht von anderen Covid-19-Patienten aus dem Krankenhaus stammen. Allerdings hat die Studie noch nicht das Peer-Review-Verfahren durchlaufen, es fehlen noch die externen Gutachten.

Aerosol-Expertin Linsey Marr hält die Ergebnisse der Studie für wegweisend: Die Isolierung des Lebendvirus aus Atemluft sei eine „smoking gun“ – ein ziemlich eindeutiger Beweis – twitterte die US-Forscherin begeistert. Sie selbst war nicht an der…