Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht von einer besorgniserregenden Lage: „Hier sehen wir, dass durch Reiserückkehrer, aber auch durch Partys aller Art, durch Familienfeiern an ganz vielen Stellen im Land, wir eben in fast allen Regionen des Landes kleinere und größere Ausbrüche haben“, sagte Spahn im Deutschlandfunk. Mit den derzeitigen Ansteckungszahlen könne das Gesundheitswesen zwar noch gut umgehen, so der CDU-Politiker weiter. Dennoch müsse man „sehr, sehr wachsam“ sein, weil es eben nicht mehr nur lokale Ausbrüche seien.

Gesundheitsminister Jens Spahn – hier in der vorigen Woche in Berlin – hofft, dass die Fallzahlen nicht noch weiter zulegen

Spahn appellierte nochmals an alle Bürger, die Hygieneregeln einzuhalten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, Abstand zu halten und bei Veranstaltungen den Rahmen zu wahren. „Da wo dann auch Alkohol im Spiel ist, aus der feierlichen Veranstaltung eine Party wird, da geht es dann eben auch sehr, sehr schnell“, machte er mit Blick auf eine mögliche Übertragung des Virus deutlich. Skeptisch zeigte sich der Gesundheitsminister auch, was die Aussichten für Großveranstaltungen angeht. In Düsseldorf soll Anfang September ein Konzert mit 13.000 Zuschauern stattfinden, das erste dieser Art in Deutschland.

1226 Neuinfektionen an einem Tag

Zuvor hatte das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin mitgeteilt, dass innerhalb eines Tages 1226 neue Corona-Infektionen gemeldet worden seien. Höher lag die Zahl zuletzt am 9. Mai mit 1251 offiziell registrierten Neuinfektionen.

Den Höhepunkt der Fallzahlen gab es Anfang April in Deutschland mit täglich mehr als 6000 positiv auf COVID-19 getesteten Personen. Die Zahlen waren dann in der Tendenz stetig gesunken, seit Ende Juli steigen sie allerdings wieder. Auch RKI-Präsident Lothar Wieler führt die Entwicklung auf Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln zurück. Besonders betroffen seien derzeit Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo ein deutlicher…