Für die Amerikaner hat der Coronavirus-Horror diese Woche einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Industrienation zählt inzwischen über fünf Millionen Infizierte, mehr als jeder andere Staat der Welt. Und zugleich starren Familien überall im Land in den finanziellen Abgrund. Weil sich Demokraten und Republikaner nicht auf ein neues Hilfspaket einigen konnten, ist die zusätzliche Hilfe für Arbeitslose von wöchentlich 600 Dollar Anfang August ausgelaufen.

Das Geld sei für sie ein „Geschenk des Himmels“ gewesen, sagt die 30-jährige Jackilyn Lopez. Ihr Arbeitgeber hat die Dentalhygienikerin im März auf die Straße gesetzt, als die Zahnarztpraxen wegen der Pandemie zwischenzeitlich schließen mussten. Ihr Mann arbeitet in der Fertigung einer Laserfabrik am Band. Das Paar hat eine 18 Monate alte Tochter und erwartet bald das zweite Kind. Lopez aber bekommt künftig nur noch 213 Dollar Unterstützung pro Woche. „Unsere Einkäufe kosten wöchentlich mehr als das, mit Windeln und Babynahrung“, sagte sie der Nachrichtenagentur AP.

Für die US-Konjunktur addieren sich die Einzelschicksale der rund 30 Millionen Arbeitslosen zum Megarisiko: Ökonomen befürchten, dass die Verbraucherausgaben kollabieren, wenn der Staat seine Hilfen reduziert. Die Sonder-Arbeitslosenhilfe zusammen mit den Stimulus-Schecks von bis zu 1200 Dollar pro Person seien entscheidend dafür gewesen, die Einkommen – und damit auch den privaten Konsum – trotz sinkender Löhne aufzupäppeln, urteilt Bernard Yaros vom Forschungsinstitut Moody’s Analytics. „Die Fiskalpolitik war unglaublich wichtig, um die Wirtschaft während des Abschwungs zu stützen“, ist auch der Präsident der Federal Reserve Bank von Chicago, Charles Evan, überzeugt: „Und sie ist weiter wichtig, weil wir die Ausbreitung des Virus nicht unter Kontrolle haben.“

Einmal wenigstens sind sich die Ökonomen einig: Ein neues Hilfspaket muss her. Doch die Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikaner sind gescheitert. Strittig ist bereits,…