Wenn NRW ins neue Schuljahr startet, wird nicht nur die bundesweit einzigartige Maskenpflicht im Unterricht kritisch beäugt. Es geht auch um Laschets Corona-Krisenmanagement und seine Eignung für höhere Weihen. Für die Opposition ist er bloß ein «Flip-Flopper».

Maskenpflicht im Unterricht bei brütender Hitze: In Nordrhein-Westfalen startet an diesem Mittwoch mit dem Schulbeginn nach sechseinhalb Wochen Sommerferien die Generalprobe.

Ganz Deutschland schaut hin, ob und wie der Sonderweg des bevölkerungsreichsten Bundeslands funktioniert, denn landesweite Maskenpflicht im Unterricht gibt es bislang nur hier. Ausgenommen bleiben davon lediglich die Grund- und Förderschulen.

Unter scharfer Beobachtung stehen nicht nur die Bedingungen für Schüler und Lehrer vor Ort, sondern das gesamte, von Anfang an heftig umstrittene Corona-Krisenmanagement von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). «Wir müssen gerade in diesen Tagen besonders vorsichtig sein», rechtfertigt Laschet seinen Kurs. Daher sei die zunächst bis Ende August befristete NRW-weite Maskenpflicht richtig. In anderen Bundesländern gibt es diese Vorschrift nur an einzelnen Schulen.

Gegen die Rückkehr der rund 2,5 Millionen Schüler in den Regelbetrieb an landesweit 2500 Schulen hatten mehrere Lehrer- und Elternverbände Bedenken geäußert, weil aus ihrer Sicht nicht ausreichend für den Infektionsschutz in großen Klassen Sorge getragen wird.