„Woher weißt du denn das?“

Immer öfter stelle ich meinen Freunden diese Frage, wenn ich wissen will, woher sie eine bestimmte Information haben. Es schwingt bei mir immer eine gewisse Skepsis mit. Das liegt zum einen an meinem Beruf als Online-Journalist – zum anderen am digitalen Zeitalter, in der Schnelligkeit und Sensation Qualität und Seriosität oftmals schlagen.

Vor allem dann, wenn es um Fußball geht, hege ich meine Zweifel an einigen Quellen. Ich entgegne meistens mit der Frage: „Was schreibt denn der ‚Kicker‘ dazu?“ Denn erst, wenn der „Kicker“ von einem Trainerwechsel oder Spielertransfer berichtet, ist es – zumindest für mich – Fakt. Kaum einem Sportmedium vertraue ich so sehr, wie dem Magazin mit dem Stammsitz in Nürnberg. Das hat vielerlei Gründe.

Der „Kicker“ – Phrasendrescher und die Liebe zum Spiel

Ich weiß gar nicht, wie alt ich genau war, als ich ich anfing, den „Kicker“ zu lesen. Ich ging auf jeden Fall noch zur Grundschule. Da schaffte es dieses Sportmagazin, meine Montage zu etwas Besonderem zu machen. Ich wusste: Wenn ich nach der Schule nach Hause komme, wartet das neue Heft auf mich. Ich studierte jede Zeile, jede Meldung, jeden Bericht und jedes Interview. Ich versuchte, alles aufzusaugen. Denn während für einige Menschen Fußball „nur“ ein Sport war, war es für mich eine Religion. Und der „Kicker“ war meine Bibel.

Durch ihn tauchte ich in eine Welt ab, in der es ausschließlich nur um Fußball ging. Das war nichts für Dilettanten. Uli Hoeneß brachte es in der ARD-Doku „So entsteht das Fußball-Magazin kicker – ein Blick hinter die Kulissen“ auf den Punkt: „Es steht eben der Fußball im Zentrum der Berichterstattung. Und es ist ihnen ziemlich wurscht, ob ein Spieler ein goldenes Kalbsteak gegessen hat oder nicht.“

Zwar ist Hoeneß‘ Aussage nicht ganz korrekt, wie „Kicker“-Chefredakteur Jörg Jakob betonte. „Wir haben über Ribérys Goldsteak natürlich berichtet und sogar kommentiert.“ Die These ist dennoch richtig. Der…