Ob die nach ihrem Umbau ab kommenden Herbst wieder eröffnete Staatsbibliothek Unter den Linden, das rekonstruierte Berliner Stadtschloss oder die Büste der Nofretete – der Fundus der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist riesig und neben seinem kulturellen Wert auch als Besuchermagnet von Bedeutung: Fast 4,2 Millionen Menschen besuchten im vergangenen Jahr die Museen der Stiftung.

Deutschlands größte Kulturinstitution entstand 1957, um die über das Land verteilten Archive, Sammlungen und Kunstschätze zu bündeln und Preußens Kulturgüter zu erhalten. Ursprünglich sollte das Konstrukt im Fall der deutschen Wiedervereinigung neu organisiert werden. Als es dann 1990 soweit war, hatte die Zusammenführung bis dato getrennter Sammlungen allerdings Priorität vor der Schaffung einer neuen Gesamtstruktur. Die Stiftung wuchs, Einrichtungen wie das Ensemble auf der Museumsinsel kamen hinzu.

Neben den Staatlichen Museen Berlin, heute allein schon ein Verbund mit 15 Sammlungen an 19 Standorten, gehören die Staatsbibliothek mit zwei Standorten, das Geheime Staatsarchiv, das Ibero-Amerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung zur Stiftung, die insgesamt 2000 Mitarbeiter zählt, mit Hermann Parzinger als Stiftungspräsident an der Spitze.

Die Neue Nationalgalerie nach einem Entwurf von Ludwig Mies van der Rohe eröffnete 1968

Strukturell überfordert

Wegen ihrer Größe und der zentralen Organisation ist die Stiftung schwerfällig, Entscheidungen dauern zu lange, die Beweglichkeit der einzelnen Institutionen ist praktisch nicht vorhanden. Probleme, die seit langem bekannt sind, weshalb Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Wissenschaftsrat vor zwei Jahren damit beauftragte, die Dachorganisation zu evaluieren. 

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag festgeschrieben, die Stiftung „strukturell an die Anforderungen eines modernen Kulturbetriebs mit internationaler Ausstrahlung anzupassen“. Der Wissenschaftsrat – im gleichen Jahr gegründet wie…