Weit weg von seinem Geburtsort Mirfield, einer Kleinstadt in der englischen Grafschaft West Yorkshire, gelangte Patrick Stewart mit 47 Jahren zu Weltruhm. Im US-amerikanischen Los Angeles, wo er während der Dreharbeiten zur legendären Science Fiction-Reihe „Raumschiff Enterprise“ (engl. „Star Trek“) angeblich zunächst aus dem Koffer gelebt haben soll, ließ ihn die Rolle seines Lebens sogar noch weiter reisen: Als Captain Jean-Luc Picard führte er die Crew des Raumschiffs der Geschichte nach durch die unendlichen Weiten des Weltraums bis hin zu Galaxien, die nie zuvor ein Mensch gesehen hatte. 

Das Interesse an der Schauspielerei weckte ein Lehrer in Stewart als dieser elf oder zwölf Jahre alt war. Er soll ihn aufgefordert haben, ein Werk von Shakespeare vorzutragen. Noch heute hegt er eine Leidenschaft für den großen englischen Dramatiker und Lyriker, dessen Sonette er während der Corona-Pandemie über seinen Twitter-Acount verbreitete.

Häusliche Gewalt – eine prägende Kindheitserfahrung

Stewarts Eltern hingegen hatten nichts mit Schauspielerei zu tun. Der Vater war im Zweiten Weltkrieg Offizier bei der britischen Armee und soll die Mutter, eine Weberin, während Patricks Kindheit geschlagen und misshandelt haben. Über seine Erfahrungen mit häuslicher Gewalt schrieb Stewart 2009 in der englischen Zeitung „The Guardian“, da auch sein Erwachsenen-Dasein davon geprägt war. Die Bühne erschien ihm als „ein weitaus sichererer Ort“ als die Realität; in der Schauspielerei sah er eine Möglichkeit, dieser zu entfliehen.

Charismatische Ausstrahlung: Charakterdarsteller Patrick Stewart

Mit Shakespeare in love 

Von jenem Lehrer inspiriert, der ihn mit Shakespeare in Berührung gebracht hatte, begann Patrick als Zwölfjähriger Theater zu spielen. Mit sechzehn verließ er frühzeitig die Schule und konnte dank eines Stipendiums in Bristol Schauspiel studieren. Nebenbei arbeitete er als Journalist. 1965 wurde er dann offizielles Mitglied der Royal…