Der Verwalter des insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard, Michael Jaffé, rechnet mit einem Verkauf des Unternehmens in Einzelteilen. „Es haben sich bereits eine Vielzahl von Investoren aus aller Welt gemeldet, die Interesse am Erwerb des Kerngeschäfts (oder) der davon unabhängigen und eigenständig erfolgreich am Markt agierenden Geschäftsbereiche haben“, sagte Jaffé laut der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstagabend nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses.

Wirecard hatte am Donnerstag Insolvenz angemeldet, nachdem ein Loch von 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz bekannt wurde. Zu den Kaufinteressenten gehören Insidern zufolge Finanzinvestoren, aber auch Rivalen wie die französische Worldline. Die Gläubiger hätten dabei auch grünes Licht für die Mandatierung von spezialisierten Investmentbanken gegeben, die sich um den Verkauf der einzelnen Firmenteile kümmern sollen, erklärte der Insolvenzverwalter.

Laut der Nachrichtenagentur AFP kündigte der Aufsichtsrat von Wirecard am Dienstag zudem den Anstellungsvertrag des früheren Vorstandschefs Markus Braun. Er war wegen des Skandals bereits am 19. Juni zurückgetreten. In München laufen gegen ihn Ermittlungen. Braun wurde verhaftet und ist auf Kaution wieder freigelassen worden.

Die US-Tochter Wirecard North America hatte sich bereits am Dienstag zum Verkauf gestellt. Wirecard hatte die ehemalige Citi Prepaid Card Services 2016 übernommen. Außer der Muttergesellschaft mit Sitz in Aschheim bei München sind bislang kaum Tochterfirmen in die Insolvenz gegangen.

Die Verkaufserlöse kämen damit den Gläubigern der Wirecard AG zugute. Auch die deutsche Wirecard Bank ist bisher nicht insolvent. Die Finanzaufsicht BaFin hat dort einen Sonderbeauftragten bestellt, damit kein Geld an die Wirecard AG abfließt. „Auszahlungen an Händler und Kunden der Wirecard Bank werden ohne Einschränkungen ausgeführt“, sagte Insolvenzverwalter Jaffé.

Ziel ist laut Jaffé, „den Geschäftsbetrieb der…