Bei Wirecard sind erneut die Ermittler angerückt. Seit dem Morgen würden fünf Objekte von Wirecard durchsucht, darunter der Firmensitz in Aschheim bei München und zwei Gebäude in Österreich, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Zwölf Staatsanwälte sowie 33 Polizisten und weitere IT-Fachleute seien vor Ort mit österreichischen Kollegen. Es gehe in erster Linie um die Vorwürfe, die Grundlage der Ermittlungen gegen Ex-Vorstandschef Markus Braun seien – also um Bilanzfälschung und Marktmanipulation in mehreren Fällen.

Die Staatsanwaltschaft spricht von intensiver Vorbereitung, die „angesichts des zu erwartenden Umfangs der sicherzustellenden Beweismittel“ nötig gewesen sei. „Aus taktischen Gründen“ will die Ermittlungsbehörde derzeit keine darüber hinausgehenden Informationen geben.

Wirecard steckt in einen milliardenschweren Bilanzskandal um mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Die Ermittler vermuten, dass Braun hierfür mitverantwortlich sein könnte. Er wurde von Wirecard inzwischen nachträglich fristlos entlassen. Der Anstellungsvertrag des langjährigen Konzernchefs sei „mit sofortiger Wirkung“ außerordentlich gekündigt worden. Er war bereits vor knapp zwei Wochen zurückgetreten, doch enthalten Arbeitsverträge von Spitzenmanagern üblicherweise Regeln für Abfindungen.

Der Firmensitz von Wirecard war bereits am 5. Juni durchsucht worden. Dabei war es laut Staatsanwaltschaft um zwei weitere klar abgrenzbare Vorwürfe der Marktmanipulation gegen die Vorstände von Wirecard gegangen. Sie werden verdächtigt, aufgrund von Pflichtmitteilungen vom 12. März und 22. April möglicherweise irreführende Signale für den Börsenpreis der Aktien gegeben zu haben.

Der Dax-Konzern selbst wird derweil voraussichtlich in Einzelteilen verkauft. Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé meldete, dass sich bereits „zahlreiche Interessenten weltweit für den Erwerb von Geschäftsbereichen gemeldet“ hätten.

Der vorläufige…