Als „zu politisch“ wurde der solidarische Kniefall für die „Black Lives Matter“-Bewegung dem britischen Militär untersagt. Kommandeure von Truppen der HMS Sultan in Gosport, Hampshire, erklärten den Soldaten, dass sie diese Geste nicht ausführen dürfen, wenn sie Uniform tragen. Das britische Verteidigungsministerium diskutiert derzeit, welche Form der Respektbezeugung für das Militär angemessen wäre, berichtet die britische „Daily Mail“.

Eine Quelle aus dem Verteidigungsministerium erklärt das so: „Wenn sie [die Soldaten, Anm. d. Red.] in Uniform sind, dürfen sie nicht an politischen Aktivitäten teilnehmen. Mit dem Kniefall wird es eine politische Bewegung.“ Das Verbot wird mit den Statuten des Militärs erklärt: „Wenn man eine Uniform trägt, gelten feste Regeln, wie man sich zu benehmen hat.“

Doch es wird nach einem Ausweg gesucht: „Wir sehen uns die Richtlinien an und versuchen, eine Lösung für solche Situationen zu finden, auf welche Weise sie ihren Respekt bekunden können.“ 

Ein Ausweg aus den Regularien wird gesucht

„Das Militär sowie das Verteidigungsministerium sind gegen Rassismus in jeder Form und will ihn unterbinden“, heißt es. Die Suche nach einer angemessenen Lösung wurde notwendig, nachdem die britische Polizei ihren Angestellten grünes Licht gegeben hatte, während der „Black Lives Matter“-Proteste den solidarischen Kniefall zu machen.

Viele Beamte nutzten die Geste, um die Anti-Rassismus-Proteste in London zu unterstützen. Die Polizei-Gewerkschaft hatte bekundet, dass sie zeige, „dass wir Menschen sind“. Nach dem Tod von George Floyd in Minneapolis hat sich die Pose weltweit als Geste der Solidarität für ermordete Schwarze verbreitet. Den Kniefall-Protest hat 2016 der amerikanische Football-Spieler Colin Kaepernick etabliert, als er sich vor einem Spiel während der amerikanischen Nationalhymne aufs Knie fallen ließ, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren.

Quelle: „Daily Mail“