Der CDU-Politiker Norbert Röttgen sieht die Rolle des Parteivorsitzenden, um die er sich bewirbt, nicht automatisch als Vorgriff auf die Position des Kanzlerkandidaten der Unionsparteien bei der nächsten Bundestagswahl.

„Fest steht, dass CDU und CSU sich auf den Kanzlerkandidaten verständigen müssen“, sagte der Kandidat für den CDU-Vorsitz im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

„Ein CDU-Vorsitzender muss in beiden Konstellationen die Interessen seiner Partei vertreten können“, sagte Röttgen auf die Frage, ob er als CDU-Chef auch einen Kanzlerkandidaten Markus Söder (CSU) unterstützen würde. Es wäre eine „Riesenleistung“ für die Union, nach 16 Jahren CDU-Kanzlerschaft einen CSU-Kandidaten in das Amt zu bringen.

Wichtig, dass Frauen in Spitzenpositionen der CDU sind

Röttgen hatte nach seiner Kandidatur angekündigt, als CDU-Chef eine Frau zur Generalsekretärin zu machen. Einen Namen wollte er allerdings auch jetzt nicht nennen. Fünf Mo­nate vor der Wahl sei es dafür zu früh. Es sei ihm aber „wich­tig zu zei­gen, dass Frauen wei­ter­hin Spit­zen­po­si­tio­nen in der CDU ha­ben“.

Der Außenpolitiker Röttgen tritt neben Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und dem Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz bei der Wahl zum CDU-Vorsitz Anfang Dezember auf dem Bundesparteitag an. In Umfragen liegt er bisher deutlich hinter seinen Konkurrenten. Dennoch sagte Röttgen im Interview, er halte den Wett­be­werb um den CDU-Vor­sitz für völ­lig offen.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL sah die Zustimmung für Laschet und Röttgen als Kanzlerkandidaten bei gerade einmal um die 5 Prozent. 39 Prozent der Deutschen konnten sich dagegen Söder als Bundeskanzler vorstellen, 14 tendierten zu einem Kanzler Merz.

Die noch amtierende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte deutlich gemacht, dass ihr Nachfolger Anspruch auf den Posten des Kanzlerkandidaten erheben sollte.

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