Facebook gerät immer stärker unter Druck: Seit Jahren gelingt es dem Unternehmen nicht, Hass, Diskriminierung und Fake News von der eigenen Plattform fernzuhalten. Das wird dem Konzern nun zum Verhängnis: Immer mehr namhafte Werbekunden wollen bei dem Netzwerk vorerst keine Anzeigen mehr schalten. Neben Kommentaren und Beiträgen voller Hass und Hetze wollen sie mit ihren Werbebotschaften nicht auftauchen, so der Tenor. Für Facebook ist das ein Problem, schließlich verdient das Unternehmen sein Geld fast ausschließlich mit Werbung – 99 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Geschäft mit Anzeigen.

Warum findet der Boykott gerade jetzt statt?

Diverse Organisationen drängen Facebook seit vielen Jahren, mehr gegen Hass- und Hetzbotschaften zu unternehmen – bislang weitgehend erfolglos. Angeheizt wurde die Debatte nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd durch einen US-Polizisten. Floyds Tod löste landesweite Proteste gegen Polizeibrutalität und Rassenungerechtigkeit aus.

Daraufhin verbreiteten sich in sozialen Netzwerken Verschwörungstheorien und Fehlinformationen über Floyds Tod, die Facebook nicht konsequent entfernte. Als Reaktion darauf wurde im Mai die Kampagne „Stop Hate For Profit“ („Stopp Hass für Profit“) ins Leben gerufen. Die Aufforderung: Werbetreibende sollen ein Zeichen setzen und im Juli 2020 nicht auf Facebook werben. 

Gab es noch weitere Streitpunkte?

Für Diskussionen sorgte auch der Umgang mit einem Posting von US-Präsident Donald Trump: Während Twitter einen seiner Beiträge über Briefwahlen in den USA mit einer einordnenden Anmerkung versah, ließ Facebook den Beitrag unverändert auf seiner Plattform, weil Trumps Bemerkung nicht gegen die Regeln des Netzwerkes verstoße.

Zudem nahm das Unternehmen auch „Breitbart News“, eine rechte US-Website, als „vertrauenswürdige“ Quelle in seinen Nachrichtendienst auf, ebenso wurde die rechte Nachrichten- und Meinungsseite „The Daily Caller“ einer der Partner des Unternehmens bei der Faktenüberprüfung. All das…