Nach Angaben von Facebook wurden 220 Accounts des in den USA nach Gewalt strebenden rechtsextremen Netzwerks gesperrt. Ebenso seien 95 Konten im zum Konzern gehörenden Bilderdienst Instagram, 106 Onlinegruppen sowie 28 Webseiten entfernt worden. Das regierungsfeindliche Netzwerk werde ab sofort als „gefährliche Organisation“ eingestuft und daher von sämtlichen Plattformen verbannt, teilte Facebook mit. Zudem seien 400 weitere Gruppen und 100 Seiten gelöscht worden, die auch gegen Facebooks Richtlinien verstießen und ähnliche Inhalte verbreitet hätten.

Gegen Zivilisten, Sicherheitskräfte und Beamte 

Bei dem Netzwerk handelt es sich demnach um Gruppen, die sich lose an der rechtsextremen Boogaloo-Bewegung anlehnen und mitunter auch deren Namen nutzen. „Es bemüht sich aktiv darum, für Gewalt gegen Zivilpersonen, Sicherheitskräfte, Beamte und Regierungsinstitutionen zu werben“, erklärte Facebook. Mit „Boogaloo“ bezeichnen Rechtsextremisten einen von ihnen angestrebten Bürgerkrieg in den USA.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Facebook war wegen seines von vielen als zögerlich empfundenen Umgangs mit problematischen Inhalten zuletzt immer mehr in die Defensive geraten. Zahlreiche Firmen – darunter bekannte Namen wie Coca-Cola, Unilever, Starbucks und Volkswagen – kündigten an, ihre Werbung in sozialen Netzwerken infolge der Debatte um Hassbotschaften bis auf weiteres auszusetzen.

Recht auf Meinungsfreiheit, aber…

Facebook verweist auf das Recht der Meinungsfreiheit, hat zuletzt aber angekündigt, mehr gegen Hassbotschaften zu tun. Zur Begründung erklärte das Unternehmen von Mark Zuckerberg: „So lange es in der physischen Welt nach Gewalt strebende Bewegungen gibt, werden sie auch versuchen, digitale Plattformen auszunutzen.“ Facebook kündigte zugleich an, als glaubwürdig eingestuften Nachrichten zu einer größeren Verbreitung verhelfen zu wollen. Artikel mit Informationen aus erster Hand und mit Autorennamen sollten künftig häufiger im News Feed der Nutzer…