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Ungewöhnlich offen für eine Top-Managerin spricht Sigrid Nikutta im neuen stern-Podcast „Die Boss“ darüber, wie es ihr während ihrer Schwangerschaften im Job ergangen ist. „Ich fand es ganz schwierig während der Schwangerschaften. Nicht körperlich schwierig, aber die Behandlung. Im Unternehmen wurdest du ab dem Zeitpunkt behandelt, als wären Teile deines geistigen Denkvermögens abgeschaltet“, sagt Nikutta. Nach neun Jahren als Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe leitet sie nun seit sechs Monaten das Vorstandsressort Güterverkehr der Deutschen Bahn. Sie ist damit eine der wenigen Frauen in einer Spitzenposition der deutschen Wirtschaft. Außerdem ist sie fünffache Mutter.

„Es gab Situationen, in denen ich während einer Schwangerschaft schon mal prophylaktisch aus dem Organigramm genommen wurde“, sagt Nikutta im Podcast-Gespräch mit Simone Menne. Die Multi-Aufsichtsrätin war einst Lufthansa-Finanzvorstand und ist Gastgeberin von „Die Boss“. Ihr erzählt Nikutta: „Es gab bei meinen letzten Schwangerschaften in Berlin eine öffentliche Diskussion, wie ich es verantworten könnte, einfach weiterzuarbeiten. Man wollte mich nahezu dazu zwingen, doch jetzt endlich ruhiger zu sein und mich zu Hause um die Kinder zu kümmern. Es erinnerte mich manchmal nahezu an das Mittelalter“.

„Ambitionierte Ziele setzen und sie durchziehen“ – so lautet Nikuttas Karrieretipp

In der vergangenen Woche ist die Debatte über Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft neu entbrannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte auf einer Konferenz gesagt, wenn Unternehmen als Zielgröße für Vorstände „null Prozent“ festlegten: „Dann habe ich dafür auch null Verständnis“. Bislang gibt es für Vorstände keine verbindliche Frauenquote. Börsennotierte und mitbestimmte Unternehmen müssen sich aber eine Zielgröße geben. In den DAX-Konzernen sind derzeit nur 26 von rund 190…