„Der heutige Tag ist eine Zäsur für den FC Schalke 04. Ein ‚Weiter so‘ wird es und kann es nicht geben.“ Mit diesen Worten eröffnete Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst die Pressekonferenz des Vereins. Am Tag nach dem Rücktritt von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies zeigten sich die Verantwortlichen des FC Schalke 04 demütig und kündigten „massive Einsparungen“ an. „In den vergangenen Monaten hat Schalke 04 in der Öffentlichkeit ein miserables Bild abgegeben. Wir haben Fehler gemacht, für die wir uns entschuldigen müssen“, räumte Jobst ein.

„Verspielt“

Damit meinte der 47-Jährige zum einen die enorm schwache sportliche Rückrunde, die das Team von Trainer David Wagner nach 16 sieglosen Spielen in Folge auf Platz zwölf beendet hatte, und zum anderen die Fehltritte in der Öffentlichkeitsarbeit unter anderem bei zwischenzeitlich geforderten Härtefall-Anträgen bei Ticket-Rückerstattungen und die Entlassung von Fahrern der Jugendabteilung, die auf 450-Euro-Basis beim Verein angestellt waren. „Wir wissen, dass wir sehr viel Vertrauen und Glaubwürdigkeit verspielt haben“, so Jobst.

Stopptaste drücken

Der finanziell ohnehin angeschlagene Verein habe durch die Corona-Krise weitere hohe Verluste hinnehmen müssen. Um Schalke „mit wirtschaftlicher Vernunft in die Zukunft“ führen zu können, werde beim Personaletat und bei nicht notwendigen Investitionen „die Stopptaste“ gedrückt. Deshalb sei es auch notwendig, die sportlichen Ziele für die kommenden Spielzeiten anzupassen. Das Erreichen des Europapokals sei kein Thema mehr.

Eine Gehaltsobergrenze bei 2,5 Millionen Euro im Jahr bestätigten Jobst und Sportchef Jochen Schneider zunächst nicht direkt. Auch dass eine Bürgschaft beim Land Nordrhein-Westfalen zur Absicherung neuer Kredite beantragt sei, wollte der Marketing-Vorstand nicht bestätigen.