Wie ein VW-Konzernsprecher dem „Handelsblatt“ bestätigte, setzt der Konzern seine Werbeaktivitäten zunächst für den Monat Juli aus. „Der Volkswagen-Konzern steht für ein offenes und gleichberechtigtes Miteinander. Ein Umfeld von Falschmeldungen oder Hassbotschaften ist daher für uns nicht akzeptabel“, sagte der Sprecher.

Gleichzeitig trete der VW-Konzern zusammen mit seinem langjährigen Partner, der US-Organisation Anti-Defamation League (ADL) und seinen Werbeagenturen in einen Dialog mit Facebook ein. Hass-Kommentare, diskriminierende Äußerungen und Posts mit gefährlichen Falschinformationen dürften laut VW nicht unkommentiert veröffentlicht werden und müssten Konsequenzen nach sich ziehen.

Auch die beiden Sportartikel-Hersteller Adidas und Puma hatten zuvor angekündigt, sich dem Anzeigen-Boykott gegen Facebook und den Bilderdienst Instagram anzuschließen. Der Boykott soll nach Unternehmensangaben auch hier zunächst für Juli gelten.

VW hatte jüngst selbst Kritik durch einen als rassistisch empfundenen Werbespot bei Instagram auf sich gezogen, sich entschuldigt und die Vorfälle intern aufgearbeitet.

Weltweit Unmut über Facebook 

Mittlerweile beteiligten sich rund 200 Unternehmen weltweit an dem Werbeboykott, darunter die Café-Kette Starbucks, der japanische Autohersteller Honda und der Konsumgüterproduzent Unilever. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Anti-Rassismus-Proteste in den USA war der Druck auf Online-Plattformen zuletzt gestiegen, mehr gegen diskriminierende Inhalte zu unternehmen. Mehrere US-Bürgerrechtsgruppen hatten den Werbeboykott gefordert. 

Facebook ergreift Maßnahmen 

Facebook hat den Weckruf der Wirtschaft offenbar gehört. Das Unternehmen will nun stärker gegen „hate speech“ und Falschmeldungen vorgehen, wie Chef Mark Zuckerberg erklärte. Zugleich wolle man mehr Wert auf gesicherte originale Nachrichtenberichterstatung setzen. Artikel mit Informationen aus erster Hand und Autorennamen sollten häufiger im News Feed der Nutzer…