Eine der vielen Fehleinschätzungen, die Donald Trump in der Vergangenheit über das Coronavirus verbreitet hat, ist diese: Mit steigenden Temperaturen würde sich die Ausbreitung verlangsamen. Nun ist Sommer in den USA – und besonders in den heißesten Teilen des Landes schlagen die Behörden wegen immer weiter steigender Infektionszahlen Alarm.

Aktuellstes Beispiel ist Arizona. Dort müssen Bars, Fitnesszentren und Kinos wieder schließen: Angesichts einer rasanten Zunahme der Neuinfektionen hat der südwestliche US-Bundesstaat eine Lockerung seiner Corona-Auflagen rückgängig gemacht.

Gouverneur Douglas Doucey erklärte am Montag (Ortszeit), auch Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmern seien nun wieder verboten – und das nur eine Woche nach einem großen Auftritt von Präsident Trump in Arizona. Douceys Anordnung gilt zunächst bis Ende Juli. „Die Zeit für weitere Maßnahmen ist gekommen“, sagt Ducey. „Wir werden so bald nicht zur Normalität zurückkehren.“

Arizona mit etwa 7,3 Millionen Einwohnern hatte am Sonntag mit rund 4000 Fällen einen Tagesrekord bei der Zahl neuer Infektionen gemeldet, insgesamt gibt es in dem Bundesstaat bislang rund 75.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen.

Auch in Texas und Teilen Kaliforniens wurde zuletzt eine Schließung von Bars angeordnet. Der Bezirk Los Angeles verfügte zudem für das kommende lange Wochenende eine Schließung aller Strände, um Menschenmengen zu vermeiden. Auch Fahrradwege, Parkplätze und Piers sind von Freitag bis Montag nicht zugänglich, teilte der Bezirk am Montagabend (Ortszeit) mit. Ebenso wurde das traditionelle Feuerwerk zum Nationalfeiertag am 4. Juli abgesagt. Zudem erklärte der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, dass mit einer Wiedereröffnung von Kinos in seiner Stadt absehbar nicht zu rechnen sei.

Im Bezirk Los Angeles County mit rund zehn Millionen Einwohnern wurden am Montag knapp 3000 neue Coronavirus-Infektionen verzeichnet, die höchste Zahl an einem einzelnen Tag seit Beginn der…