Die Himmelsscheibe von Nebra, Sonnengötter oder Mondfinsternisse: Sonne, Mond und Sterne faszinieren die Menschen seit Jahrtausenden. Und Sternschnuppen gelten als romantisch.

Bei jedem in der Erdatmosphäre verglühenden Himmelskörper kann sich der Beobachter etwas wünschen – die Dinosaurier allerdings hatten keinen Wunsch mehr frei. Könnte ein Gesteinsbrocken aus dem All erneut viel Leben auslöschen wie einst vor 65 Millionen Jahren die Dinos?

«Die Gefahr eines großen Einschlags ist gering, aber nicht auszuschließen», sagt der Asteroidenforscher Alan Harris vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags eines Brockens von 100 Metern Größe liege bei einem Prozent in 100 Jahren. «So etwas könnte eine Großstadt oder Teile Deutschlands zerstören», erklärt er zum Asteroidentag am 30. Juni.

Dass größere Asteroiden auf die Erde treffen, kommt immer wieder vor. Im Februar 2013 richtete die Explosion eines 20-Meter-Brockens in der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk Verwüstungen an. Die Druckwelle verletzte ohne jede Vorwarnung rund 1500 Menschen zumeist durch zerborstene Scheiben. Der Asteroid kam aus dem Nichts.

«Wenn wir den vorher entdeckt hätten, hätte es eigentlich ausgereicht, die Fenster aufzumachen», sagt der Asteroidenexperte der europäischen Raumfahrtagentur Esa, Detlef Koschny. «Da würde es reichen, wenn wir die Leute einen Tag vorher über das Radio informieren.» Ein Asteroid dieser Größenordnung setzt bei der Explosion in der Atmosphäre eine Energie von 500 Kilotonnen des Sprengstoffs TNT frei. Die Hiroshimabombe hatte 15 Kilotonnen.

Am 30. Juni 1908 kam es ebenfalls in Russland zu einer Asteroidenexplosion: In der Tunguska-Region in Sibirien fegte die Druckwelle Millionen Bäume auf einer Fläche fast so groß wie das Saarland weg. Wegen dieser Naturkatastrophe riefen die Vereinten Nationen 2016 den 30. Juni zum Internationalen Asteroidentag aus.

Erst im letzten…