Die Inflation in der Eurozone ist im Juni leicht angestiegen, allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat lagen die Verbraucherpreise 0,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im Mai hatte der Anstieg 0,1 Prozent betragen, das war der niedrigste Anstieg seit Juni 2016.

Entscheidend für den etwas stärkeren Preisanstieg waren die Energiepreise. Zum Vormonat erhöhten sie sich um 1,7 Prozent, im Jahresvergleich sind sie etwas weniger stark als im Monat zuvor gesunken. Der Preisauftrieb bei Lebens- und Genussmitteln schwächte sich etwas ab, wenngleich sich diese Güter stärker als andere Waren verteuerten. Dienstleistungen und erst recht Industriegüter verteuerten sich verglichen mit Lebensmitteln schwächer.

Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel fiel im Gegensatz zum Gesamtindex etwas geringer aus, als zuletzt. Hier ging der Preisauftrieb von 0,9 auf 0,8 Prozent zurück.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt auf mittlere Sicht ein Preissteigerungsniveau von knapp zwei Prozent an. Dieses Ziel ist derzeit außer Reichweite. Fachleute rechnen nicht damit, dass sich daran schnell etwas ändert. Die Coronakrise dürfte die Lohnentwicklung und die Konsumnachfrage dämpfen, lautet ein Argument.

Die EZB hatte schon vor der Pandemie versucht, mit einer ultralockeren Geldpolitik ein zu starkes Absinken der Preissteigerung zu verhindern und die Konjunktur anzukurbeln. Denn dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

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