Der Spinnenforscher Peter Jäger sitzt in seinem Büro mit Dachterrasse in Frankfurt-Bockenheim, streckt seine nackten Füße von sich, wirft eine geröstete Erdnuss in den Mund und sagt, dass er die neue Spinnenart „Thunberga greta“ aus Madagaskar auch ganz anders hätte nennen können, zum Beispiel „Erdnussi geröstiti“. „Hey, Erdnussi!“, ruft er und lacht. Er steht auf und fragt, ob er grünen Tee aus Peking servieren solle, verschluckt sich und bekommt einen Hustenanfall. Er keucht nun „Erdnuss, Erdnuss – kein Corona“, stürmt auf die Dachterrasse, und als er zurückkommt, sagt er, dass er noch nie auf Madagaskar gewesen sei und erklären wolle, warum er seine Spinne nach Greta Thunberg benannt hat, obwohl sie nichts mit Thunberg zu tun hat.

Jäger, 52, braun gebrannt, zerschlissene Jeans, gilt als Koryphäe der Arachnologie, der Spinnenforschung. Er leitet die arachnologische Abteilung am Senckenberg-Forschungsinstitut in Frankfurt. Er hat 400 neue Spinnenarten beschrieben, die meisten von ihnen stammen aus Südostasien. Jäger erlangte auch außerhalb seiner Zunft Bekanntheit, weil er einige der neuen Arten nach prominenten Musikern wie Udo Lindenberg, Nina Hagen und David Bowie benannte. Kürzlich entdeckte Jäger jene neue Art und benannte sie nach der schwedischen Klimaaktivistin.