Guten Abend, die drei Fragezeichen heute:

Truppenbewegung: Wie will die Verteidigungsministerin gegen Rechtsextreme im KSK vorgehen?

US-Wahlkampf: Muss Trump einen Biden-Respekt haben?

Allgemeine Corona-Reife: Gab es für Abiturienten einen Pandemie-Bonus?

1. AKK gegen KSK: Kompanie abtreten!

Lässt sich das Kommando Spezialkräfte reformieren, oder muss man es gleich ganz auflösen? Vor dieser Frage stand Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, spätestens als der Brandbrief eines KSK-Elitesoldaten bei ihr im Wehrressort ankam: Darin prangerte der Whistleblower an, dass rechtsextreme Umtriebe in der Einheit „ignoriert oder gar toleriert“ würden. Vor gut zweieinhalb Wochen berichtete mein Kollege Matthias Gebauer als Erster darüber.

Die Ministerin hat sich für eine Kombination entschieden und nun ein Reformpaket präsentiert: 60 Einzelmaßnahmen einerseits, eine Teilauflösung andererseits – die zweite und besonders umstrittene der vier KSK-Kampfkompanien soll es künftig nicht mehr geben. Die CDU-Politikerin appellierte beim Besuch der Einheit in Calw, jeder KSK-Soldat müsse sich entscheiden, ob er Teil der Lösung werden oder Teil des Problems bleiben wolle. Matthias analysiert: „Mit dem umfangreichen Paket hat Kramp-Karrenbauer einen letzten Warnschuss in Richtung KSK abgegeben.“ 

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KSK-Einheit beim Training in Calw (Baden-Württhemberg)

Patrick Seeger/ dpa

Wo wir uns gerade mit Rechtsextremen beim Militär befassen: Die Bundeswehr hat einen Hauptgefreiten der Reserve ausfindig gemacht und aus dem Dienst entfernt, der mit Videos in den sozialen Netzwerken Furore gemacht hatte. Auch der Verschwörungserzähler Attila Hildmann verbreitete die Clips, in denen der Reservist gegen die Regierung agitierte. Er werde als Panzergrenadier „jeden Scheißbefehl von Schwarz-Rot-Gold“ verweigern, „weil das ist nicht unsere Farbe, das ist nicht unser Volk“. Ein Militanter und ein Veganer, klingt erst mal nach einem Witz, ist aber leider nicht…