Lidl macht es vor, die anderen ziehen mit: Bereits eine Woche vor dem offiziellen Inkrafttreten der Mehrwertsteuersenkung locken Discounter mit reduzierten Preisen. Bei Lidl hängen seit dem 22. Juni rote Schilder über jedem Produkt, die auf Preissenkungen aufmerksam machen. Konkret: Dosentomaten kosten jetzt 38 statt 39 Cent, Fischstäbchen 3,42 statt 3,49 Euro.

Doch war das Vorpreschen von Lidl nur der Auftakt im Rotstift-Wirbel der Lebensmittelhändler. Denn der Erzrivale Aldi legte am vergangenen Samstag noch eine Schippe drauf und senkte die Lebensmittelpreise nicht nur wie vom Gesetzgeber vorgegeben um zwei, sondern sogar um drei Prozentpunkte. Dies koste Aldi einen dreistelligen Millionenbetrag, betonte das Unternehmen. Doch will der Konzern offenbar sein Preisimage stärken.

Mehrwertsteuersenkung soll „klar und unkompliziert“ sein

Und die Drogeriemarktkette Rossmann machte am Montag genau das Gleiche. „Die Mehrwertsteuersenkung soll für unsere Kunden klar und unkompliziert sein, daher gehen wir auf drei Prozent Rabatt und unterscheiden nicht zwischen dem Normal- und ermäßigten Steuersatz“, sagt Raoul Roßmann, Geschäftsführer Einkauf und Marketing.

Auch Rewe will die Mehrwertsteuersenkung vollständig an die Kunden weitergeben, geht aber einen anderen Weg. Statt bei allen Produkten die Steuersenkung eins zu eins weiterzugeben wie viele Konkurrenten, senkt der Handelsriese lieber die Preise bei ausgewählten Produkten „deutlich und dauerhaft“ und wirbt dafür mit dem Slogan „Mehr als die Mehrwertsteuersenkung sparen“. Außerdem werde Rewe Woche für Woche zweistellige Preisnachlässe auf wichtige Warengruppen geben – in dieser Woche etwa einen 10-prozentigen Rabatt auf das Drogerie-Sortiment, kündigte ein Unternehmenssprecher an. Die Rewe-Discount-Tochter Penny gibt dagegen ab dem 1. Juli die Mehrwertsteuersenkung an der Kasse an die Kunden weiter.

Edeka und Netto senkten schon am Montag die Preise – allerdings nicht ganz so großzügig wie Aldi oder Rossmann. Für…