Ab diesem Mittwoch müssen Verbraucher für Käufe temporär weniger Mehrwertsteuer zahlen – fast jeder Dritte will das einer Studie des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK zufolge für eine Neuanschaffung nutzen. Junge Menschen neigten demnach eher zum Vorziehen einer Anschaffung als ältere Menschen, teilte GfK mit.

Die Bundesregierung senkt vom 1. Juli an den regulären Mehrwertsteuersatz um drei Prozentpunkte auf 16 Prozent, den ermäßigten Satz von sieben auf fünf Prozent. Die Absenkung gilt befristet bis zum 31. Dezember. Das kann zu günstigeren Preisen führen, wenn die Händler die Absenkung an ihre Kunden weitergeben. Im Einzelhandel waren zuletzt Anzeichen von Rabattschlachten zu erkennen.

Bei den Neuanschaffungen wollen viele wohl aber nicht allzu viel Geld investieren: „Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit werden Verbraucher ihre Käufe voraussichtlich sehr bewusst planen und nur kaufen, was benötigt wird – insbesondere bei teureren Anschaffungen“, sagte GfK-Konsumexpertin Petra Süptitz. „Vor allem Elektrokleingeräte werden wahrscheinlich von der geplanten Maßnahme profitieren.“ Gemeint sind etwa Mixer, Toaster oder Bügeleisen, aber auch Unterhaltungselektronik und Gartengeräte.

Ob die Mehrwertsteuersenkung die Konjunktur wirklich ankurbeln wird, ist umstritten. Die Verbraucherzentralen fürchten, dass einige Branchen die Ermäßigung gar nicht oder nur teilweise an die Konsumenten weitergeben. Auch Ökonomen sind sich uneins. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL unter rund 5000 Menschen in Deutschland hatte ergeben, dass sich jede und jeder Fünfte vorstellen kann, die niedrigere Steuer nun für eine ungeplante größere Anschaffung zu nutzen.

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