Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will die Elitetruppe KSK nach einer Serie rechtsextremer Vorfälle teilweise auflösen. Nach Informationen der „Welt“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sind 70 Soldaten betroffen. Der Eliteeinheit soll auch die Oberhoheit über die Ausbildung genommen werden. Die zweite Kompanie, die als Ausgangspunkt rechter Umtriebe gilt, werde ersatzlos aufgelöst, sagte die Ministerin am Dienstag der „Süddeutschen Zeitung“. Damit blieben dem KSK nur noch drei Einsatzkompanien.

Die CDU-Ministerin zog ein kritisches Fazit der Zustände beim KSK. Der Eliteverband habe sich „in Teilen verselbstständigt, auch weil es eine toxische Führungskultur einzelner gab – daraus folgt, dass das KSK nicht in seiner jetzigen Verfassung bestehen bleiben kann“. Kramp-Karrenbauer will das Konzept am Mittwoch auf einer Pressekonferenz vorstellen. 

Keine internationalen Übungen und Einsätze

Bis ein Neuanfang erreicht ist, werde die Spezialeinheit der Bundeswehr nicht an internationalen Übungen und Einsätzen teilnehmen. Als „beunruhigend“ und „alarmierend“ bezeichnete die Ministerin neueste Erkenntnisse, denen zufolge beim KSK 48.000 Schuss Munition und 62 Kilogramm Sprengstoff verschwunden seien. Nun müsse dringend geklärt werden, ob nur über Jahre hinweg schlampig Buch geführt worden war oder ob im großen Stil Kriegsmaterial entwendet wurde, sagte sie. Kommandeur Markus Kreitmayr, der seit 2018 den Verband führt und die Probleme deutlich angesprochen hat, solle das KSK durch den Reformprozess begleiten. „Die Mauer des Schweigens bricht“, sagte Kramp-Karrenbauer. Ende Oktober solle eine erste Bilanz gezogen werden, kündigte Kramp-Karrenbauer an. Es gehe nun um eine „Bewährungschance“, sagte sie der Zeitung. Wenn die Angehörigen des KSK „diesen Schuss jetzt nicht gehört haben, wird sich unausweichlich die Frage nach einer Neuordnung des KSK stellen“, fügte sie hinzu. 

Immer wieder Extremismusfälle beim KSK 

Das KSK hat seit 2017 immer…