Der frühere Journalist und regierungskritische iranische Aktivist Ruhollah Zam ist von einem Gericht zum Tode verurteilt worden. Das berichten übereinstimmend mehrere Nachrichtenagenturen. Er betrieb die Protestplattform „Amadnews“, auf der er über den Messengerdienst Telegram peinliche Videos und Informationen über iranische Beamte teilte.

Zam sei von einem Revolutionsgericht für schuldig befunden worden, sagte ein Justizsprecher der Nachrichtenagentur Misan. Er könne Berufung gegen das Urteil einlegen. Zam wurde im vergangenen Jahr festgenommen. Zuvor hatte er im Exil in Paris gelebt. Im Oktober teilten die Revolutionsgarden mit, sie hätten Zam gefasst. Wo dies geschehen ist, ob in Iran oder anderswo, hatte die Eliteeinheit nicht mitgeteilt.

„Amadnews“ hatte mehr als eine Million Follower

Die Plattform „Amadnews“ hatte laut der Nachrichtenagentur Reuters mehr als eine Million Follower. 2018 wurde „Amadnews“ von der Messenger-App Telegram eingestellt, nachdem die iranischen Behörden erklärt hatten, es werde dort zu gewaltsamen Protesten aufgerufen. Die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass iranische Behörden behaupteten, in dem Channel seien Anleitungen zum Bombenbauen aufgetaucht. Wenig später erschien der Kanal unter neuem Namen.

Die iranische Führung hat wiederholt die USA, Saudi-Arabien und im Exil lebende iranische Regierungskritiker beschuldigt, Proteste und Unruhen in der Islamischen Republik zu schüren. 2017 hatten sich Demonstrationen an der schwierigen Wirtschaftslage entzündet und landesweit verbreitet. Nach offizielle Angaben wurden dabei 21 Menschen getötet und Tausende festgenommen.

Icon: Der Spiegel