Eine Geberkonferenz für Leidtragende des syrischen Bürgerkriegs hat nach EU-Angaben Hilfszusagen in Höhe von 6,9 Milliarden Euro erbracht. 4,9 Milliarden Euro davon seien für das laufende Jahr bestimmt, sagte der für Krisenmanagement zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic. Er begrüßte, dass die Geberländer trotz der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu umfangreichen Spenden bereit gewesen seien. Zusätzlich hätten Geber und internationale Finanzinstitutionen Darlehen zu Vorzugskonditionen in Höhe von sechs Milliarden Euro angekündigt.

Allein die Europäische Union sagte aus dem Gemeinschaftshaushalt 2,3 Milliarden Euro zu. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell wies darauf hin, dass mehr als sechs Millionen Syrer vor der Gewalt aus ihrer Heimat ins Ausland geflohen seien. Zudem gebe es Millionen Binnenflüchtlinge.

1,6 Milliarden Euro aus Deutschland

Die Bundesregierung sagte Hilfen in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro zu. „Zwar können wir uns kaum die Qualen vorstellen, die das syrische Volk durchleiden muss. Aber es ist unsere Pflicht, dieses Leid zumindest zu lindern“, sagte der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) in einer Video-Botschaft. Er warb dafür, die UN-Resolution 2504 zu verlängern, die Hilfslieferungen nach Syrien gewährleistet. „Das Leben von Millionen Menschen“ hänge davon ab, dass Hilfslieferungen über die Türkei und den Irak nach Syrien gelangten.

Er wirbt für die Aufrechterhaltung der Hilfslieferungen: Außenminister Heiko Maas

Auf der Online-Konferenz, die die EU-Kommission und die Vereinten Nationen organisierten, berieten Vertreter von mehr als 80 Staaten und Organisationen über neue Hilfen für die Opfer des Bürgerkrieges. Es handelte sich um die vierte Brüsseler Konferenz, bei der für Betroffene in Syrien sowie Flüchtlinge und Gastgeber in den Nachbarländern gesammelt wurde. 2019 wurden rund 8,6 Milliarden Euro zugesagt. 2,4 Milliarden Euro davon waren laut EU für 2020 und die Folgezeit gedacht. Ob und…