Wie viele Museen in Europa ist auch das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau im südpolnischen Oświęcim stark von der Corona-Pandemie betroffen. Ab dem 12. März 2020 blieb die internationale Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen NS-Vernichtungslagers für Besucher geschlossen. Führungen konnten nicht mehr stattfinden. „Das Budget ist zusammengebrochen“, hieß es in einem Spendenaufruf auf der Internetseite des Museums. „Wir wenden uns an alle, denen die Bewahrung der Erinnerung ein Anliegen ist.“

Das Gelände des früheren NS-Vernichtungslager Auschwitz ist riesig: 191 Hektar umfasst die Gedenkstätte

Für die Finanzierung der aufwendigen Gedenkstättenarbeit sind die bezahlten Gruppenführungen, die in 19 Sprachen vorab im Internet gebucht werden können, existenziell wichtig. 328 Guides, die aus guten Gründen auf Deutsch nicht „Führer“ genannt werden, sind als Honorarkräfte jeden Tag auf dem weitläufigen Gelände und im Museum eingesetzt. Seit der Schließung sind sie arbeitslos.

„Das hieß für viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte, dass sich für sie die Existenzfrage stellte“, sagt Christoph Heubner, der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, im DW-Interview. „Und zwar im doppelten Sinne. Menschen aus der ganzen Welt kommen an diesen Ort, und die Guides sind der Kommunikator, der ihnen erklärt, was sie sehen – in einer heute fast idyllischen Landschaft.“

Kontingentierung der Besucher

Mit der Wiedereröffnung am 1. Juli 2020 beginnt für das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau, das 1947 vom polnischen Parlament auf Initiative ehemaliger KZ-Häftlinge als Gedenkstätte eingerichtet wurde, eine neue Zeitrechnung. Der Publikumsverkehr und auch die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museumsdienstes sind unter den Hygieneauflagen der Corona-Zeit stark reglementiert. 

Abstandsregelungen, Schutzmasken und ein vorgeschriebenes Einbahnstraßensystem auf dem Gelände gehören ab jetzt zum Standard. Mehr als 15…