Das umstrittene elsässische Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland ist endgültig abgeschaltet worden.

Der zweite Druckwasserreaktor des betriebsältesten Atomkraftwerks in Frankreich sei am späten Montagabend vom Stromnetz getrennt worden, teilte der französische Energiekonzern EDF mit. Fessenheim gilt Kritikern seit Jahren als Sicherheitsrisiko – Atomkraftgegner hatten jahrelang die Abschaltung des Meilers gefordert. Doch das Ende von Fessenheim wird nicht das Ende der Kernenergie in Frankreich bedeuten.

Der erste Reaktorblock des seit Ende 1977 Strom produzierenden Kraftwerks am Rhein war bereits Ende Februar vom Netz genommen worden. Die Abschaltung des zweiten Blocks hatte am Montagnachmittag einige Stunden eher als geplant begonnen. Deutsche Politiker und Umweltaktivisten hatten die Stilllegung begrüßt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Ende 2018 versprochen, Fessenheim bis 2020 stillzulegen. Beschäftigte und Anwohner hatten die Abschaltung hingegen immer wieder scharf kritisiert.

Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire betonte unterdessen, dass Frankreich auch künftig auf Atomkraft setzen werde. «Ich bin ein Verfechter der Kernenergie», sagte Le Maire am Dienstagmorgen dem Sender BFMTV. Sie ermögliche niedrige CO2-Emissionen und Unabhängigkeit, so Le Maire. Allerdings wäre es unvernünftig, bei der Stromerzeugung weiterhin zu 75 Prozent auf Kernenergie zu setzen. Also wolle man bis 2035 von 75 Prozent auf 50 Prozent gehen, kündigte Le Maire an.

Frankreich gilt immer noch als das «Atomland» Europas. Nach der Stilllegung Fessenheims betreibt EDF nach eigenen Angaben landesweit 56 Reaktoren. Frankreich liegt hinter den USA immer noch auf Platz zwei der größten Produzenten von Atomstrom weltweit. Minister Le Maire betonte erneut, dass Frankreich mit der Entscheidung für den Bau neuer Atomkraftwerke abwarten wolle – zumindest bis zur Inbetriebnahme des neuen Druckwasserreaktors in Flamanville am Ärmelkanal. «Wenn…